Die Ostergeschichte für Kinder

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Kindergottesdienst zu Ostern 2015 - Auferstehungskirche Nord-Barmbek
 
Kindergottesdienst zu Ostern 2015 - Auferstehungskirche Nord-Barmbek

Vor ungefähr 2000 Jahren geschah in der Stadt Jerusalem im heutigen Israel folgendes:

Die Römer hatten Jerusalem erobert und zwangen die Menschen, viel Geld an sie zu zahlen. Deshalb hassten die Menschen in Jerusalem die Römer. Viele Menschen waren Juden. Wie jedes Jahr wollten die Juden ein großes Fest feiern, das Passahfest. Für dieses Fest reisten viele Menschen nach Jerusalem. Jesus, der auch Jude war, war deshalb auch auf dem Weg nach Jerusalem.

Am Sonntag vor dem Fest ritt Jesus auf einem Esel in die Stadt Jerusalem ein. Viele Menschen kannten ihn. Sie hatten die Hoffnung, dass Jesus sie von der Herrschaft der Römer befreien würde. Sie freuten sich sehr, ihn zu sehen und jubelten ihm zu. Die Menschen legten Palmenzweige auf den Boden, damit der Esel, auf dem Jesus ritt, nicht auf dem staubigen Weg laufen musste. Deshalb nennen die Christen diesen Tag „Palmsonntag“.

Nach seiner Ankunft in Jerusalem lief Jesus geradewegs zum Tempel. Der Tempel hatte Aufgaben so ähnlich wie Kirchen heute. Aber als Jesus im Tempel ankam, sah er Männer, die Tiere und Tempelmünzen verkauften. Jesus war erschüttert und wütend und warf alle hinaus. „Dies ist ein Ort für Gebete", rief er, „und nicht für Geschäfte!" Mit dem Rauswurf der Händler aus dem Tempel machte sich Jesus die Hohepriester des Tempels zu Feinden.

Ein Jünger Jesu namens Judas Iskariot zweifelte schon länger, ob Jesus wirklich Gottes Sohn war, weil Jesus nicht daran interessiert war, viel Geld für sich zu bekommen, sondern es lieber den Armen gab. Judas wollte schon hier auf Erden viel Geld besitzen. Judas und die Hohepriester sprachen miteinander. Judas fragte sie: „Wie viel bezahlt ihr mir dafür, wenn ich Jesus an euch verrate?" „Dreißig Silberstücke“, antworteten die Hohepriester. Judas sagte: “In Ordnung, ich werde euch zu ihm bringen, wenn er allein ist, damit es nicht so viel Aufsehen gibt.“ Und von da ab wartete er auf eine gute Gelegenheit, um Jesus zu verraten.

Am Tag vor dem Passahfest feierte Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl. Während des Essens sagte Jesus: „Einer von euch wird mich verraten. Einer, der jetzt mit uns isst." Jesus wusste, dass dies ihre letzte gemeinsame Mahlzeit war. Er nahm ein Stück Brot, dankte Gott dafür und brach es in Stücke. Dann sagte er: „Dies ist mein Leib. Wie dieses Brot werde ich gebrochen werden. Ich werde für Euch sterben. Esst das Brot zum Gedenken an mich.“ Danach hob er einen Becher mit Wein, dankte Gott wieder und reichte ihn herum. Er sagte: „Dies ist mein Blut. Es wird für alle Menschen vergossen werden. Trinkt es zum Gedenken an mich.“

Nach dem Abendmahl stieg Jesus mit seinen Freunden auf den Ölberg, um in den Garten Getsemani zu gehen. Während sie gingen, sagte Jesus zu ihnen: „Heute Nacht werdet ihr fortlaufen und mich verlassen." Das werde ich nie tun!", protestierte Petrus. „Bevor der Hahn kräht", sagte Jesus, „wirst du drei Mal behaupten, dass du mich nicht kennst." „Selbst wenn ich sterben müsste, würde ich das nicht sagen!“, rief Petrus. Und die anderen Jünger stimmten ihm zu.

Im Garten Getsemani wollte Jesus dann alleine sein und beten. Er kniete nieder und betete: „Vater, wenn es möglich ist, erspare mir diesen Tod, aber nur, wenn du es willst." Da hörte Jesus plötzlich Stimmen und sah Fackeln, die sich näherten. Die Tempelwachen und Hohepriester suchten nach Jesus. Sie waren gekommen, um ihn festzunehmen – Judas führte sie an.

„Der Mann, den ihr sucht, ist der, den ich auf die Wange küssen werde", sagte Judas zu den Wachen. Er ging zu Jesus und küsste ihn auf die Wange. Die Tempelwachen nahmen Jesus, der sich nicht wehrte, fest und führten ihn ab. Da liefen alle Jünger ängstlich davon, so wie Jesus es gesagt hatte.

Als die Wachen Jesus abführten, folgte Petrus ihnen heimlich. Eine Frau sah Petrus und sprach ihn an. Sie fragte: „Gehörst du nicht zu Jesus?" Aber Petrus antwortete „Nein, den kenne ich nicht einmal.“ Nach kurzer Zeit wurde Petrus von jemand anderem gefragt: „Bist du nicht ein Freund von Jesus?" Wieder verneinte Petrus es. Nach einer Stunde fragte ihn ein Dritter: „Kommst du nicht aus Galiläa? Dann musst du doch Jesus kennen." „Nein, den kenne ich nicht!", rief Petrus. In diesem Augenblick krähte ein Hahn und Petrus fielen Jesus' Worte ein. Da musste Petrus bitterlich weinen.

Der Chef der Hohepriester klagte Jesus vor Gericht an. Weil die Römer die Herrscher in Jerusalem waren, konnten nur sie ein Urteil sprechen. Nach einer langen Verhandlung wurde Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt. Als Judas das hörte, bekam er große Schuldgefühle, lief zu den Hohepriestern und warf ihnen die dreißig Silberstücke vor die Füße. Er rief: „Ich habe gesündigt und einen unschuldigen Mann verraten!“ Aber die Hohepriester änderten ihre Meinung nicht. Jesus wurde von einem Gericht verurteilt. Aber war er wirklich schuldig?

Jesus wurde gezwungen, ein schweres Holzkreuz zu tragen. Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte auf dem Hügel Golgota verspotteten und bespuckten ihn die Leute. Als er stolperte und fiel, musste ein Mann aus der Menge, Simon von Zyrene, das Kreuz für Jesus tragen. Einige weinende Frauen folgten Jesus. Er sagte zu ihnen: „Weint nicht um mich, sondern um euch und eure Kinder."

Als sie schließlich auf Golgota ankommen waren, nagelten drei römische Wachen Jesus' Hände und Füße ans Kreuz. Jesus litt sehr große Schmerzen. Außerdem befestigten die Wachen am Kreuz ein Schild. Darauf stand: „Dies ist Jesus, der König der Juden." Rechts und links neben Jesus wurden zwei Diebe gekreuzigt.

Jesus betete: „Vater, vergib ihnen, denn Sie wissen nicht, was sie tun.“ Die Menschen machten sich über Jesus lustig und riefen: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann komm doch vom Kreuz herunter und wir werden dir glauben." Sogar einer der Diebe, die neben Jesus gekreuzigt wurden, machte sich mit über ihn lustig.

Der andere Dieb sagte aber: „Wir verdienen unsere Strafe. Aber dieser Mann hat nichts Falsches getan. Erinnere dich an mich, Jesus, wenn du als König wiederkommst." „Ich verspreche es", antwortete ihm Jesus. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein."

Unter dem Kreuz würfelten die Soldaten schon um Jesus' Kleidung. Um zwölf Uhr verdunkelte sich plötzlich der Himmel und die Sonne wurde von einem großen Schatten verdeckt. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Jesus rief laut: „Mein Gott! Mein Gott! Warum hast du mich verlassen?" Etwas später rief er dann: „Ich habe Durst!" Ein Soldat tränkte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und hielt ihn an Jesus‘ Lippen.

Um drei Uhr schrie Jesus furchtbar auf und sagte: „Es ist vollbracht! Vater, ich lege meinen Geist in deine Hände!" Dann starb er. Ein römischer Soldat, der in der Nähe stand und Jesus gehört hatte, sagte: „Dieser Mann war tatsächlich der Sohn Gottes!" Ein anderer Soldat stieß Jesus mit einem Speer in die Seite, um zu prüfen, ob Jesus wirklich tot war. Schließlich nahmen sie seinen Körper vom Kreuz.

Kurz danach kam Josef von Arimathäa. Er war ein Anhänger von Jesus und hatte von den Römern die Erlaubnis erhalten, Jesus' Körper für die Beerdigung vorzubereiten. Jesus' Leichnam wurde nach jüdischem Brauch gesalbt und in feine Leinentücher gewickelt. Die Freunde und Freundinnen von Jesus brachten seinen Leichnam zu einer Grabhöhle, die sich in einem Felsen befand. Mit einem großen Stein, der vor den Eingang gerollt wurde, verschlossen sie das Grab. Das alles geschah an dem Tag, den die Christen heute Karfreitag nennen.

Weil der nächste Tag der jüdische Sabbat war, baten sie die Römer, das Grab zu bewachen, denn die Juden durften das am Sabbat nicht tun. Am darauffolgenden Tag, dem Sonntag, ging Maria Magdalena, eine Freundin Jesus, zusammen mit anderen Frauen bei Sonnenaufgang zum Grab. Aber der Stein, mit dem die Grabhöhle verschlossen worden war, war an die Seite gerollt worden, und auch die Wachen waren weg.

In der Grabhöhle stand ein Engel und sagte: „Fürchtet euch nicht, Jesus ist nicht hier. Er ist von den Toten auferstanden. Geht los und bringt den Jüngern diese gute Nachricht. Bald werdet ihr ihn in Galiläa sehen, so wie er es versprochen hat." Voller Angst und gleichzeitig voller Freude liefen die Frauen zu den Jüngern, um ihnen das zu berichten. Die Auferstehung Jesus feiern die Christen am Ostersonntag.


Und die Christen freuen sich an Ostern, dass es immer wieder einen Neuanfang gibt.
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