Gute Idee prominent gefördert

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Andreas Plog ist pädagogischer Leiter der Produktionsschule Steilshoop.

Die Produktionsschule Steilshoop wird von vielen Sponsoren unterstützt

Steilshoop. Die 17-jährige Hanna aus Farmsen schaut nachdenklich auf das bunte Mosaik aus zerbrochenen Fliesen, das sie gemeinsam mit ihren „Kameradinnen“ Jaqueline (17) und Franziska (17) aus der Abteilung „Malerei“ über ein halbes Jahr lang zusammengepuzzelt hat. Für sie ist das eine wahrhaftige Geste der Dankbarkeit – in diesem Fall für einen großen Brausehersteller, einer der Sponsoren der Produktionsschule Steilshoop – die tatsächlich von Herzen kommt. Aber auch aus dem Verstand: „Wäre ich nicht hierher gekommen…“, vollendet Hanna den Satz dann doch nicht, sondern zuckt nur bedeutungsschwer mit den Schultern.
Der tragische Tod des Vaters, der ein Jahr lang im Koma lag, hatte die heute 17-Jährige vor drei Jahren derart aus der Bahn geworfen, dass sie zeitweise kaum zur Schule ging, manchmal kaum eine Zukunftsperspektive für sich sah. „Ich habe ja noch mal die Kurve gekriegt“, sagt Hanna, die trotz ihres schweren Schicksals nicht aufgab und in der Erich-Kästner-Schule in Farmsen-Berne ihren Hauptschulabschluss machte. Nur mit einer Lehrstelle hatte es einfach nicht geklappt, dafür konnte sie aber in der Produktionsschule Steilshoop anfangen. Und darüber sei sie doch sehr erleichtert, zumal sie in der Tischlerabteilung ihren handwerklichen Ambitionen frönen kann. Dieses Talent habe sie vom Vater, und damit schließt sich für Hanna hier der Kreis… Auch Jaqueline und Franzika lernen gern in der Produktionsschule, Franziska mach hier auch ihren Hauptschulabschluss. „Es ist ganz lebensnah – so real, wie das Berufsleben in der Praxis nun mal ist“, konstatiert Jaqueline, die als Malerin mit ihren Schulkollegen auch tatsächlich raus in die Wirklichkeit geht, um Maler-Arbeiten zu erfüllen.
Ähnlich beschreibt Andreas Plog, der pädagogische Leiter, das Ziel der Produktionsschule: „Wir möchten Lernprozesse über Produktion und verantwortungsvolle Tätigkeiten in Gang setzen, die Eigenverantwortung und das selbständige Arbeiten unserer Schüler stärken. Wir motivieren die Jugendlichen durch individualisiertes Lernen und garantierte Erfolgserlebnisse, Verantwortung für das eigene Leben und Lernen zu übernehmen.“ Was funktioniere. Ein Beispiel sei die Gastronomie-Abteilung, die in der Robert-Koch-Schule (Sengelmannstraße) in der Schulkantine dortige Schüler und Lehrer verköstige.
Überzeugend finden das auch Sponsoren, zum Beispiel die Still GmbH, deren Geschäftsführer Bert-Jan Knoef kürzlich einen Gabelstapler als Spende übergab. Außerdem bietet seine Firma Praktika für Produktionsschüler. Auch die IG City Nord unterstützt die Arbeit Andreas Plogs und seiner Kollegen.
Bekanntester Unterstützer und Förderer ist sicherlich Lotto King Karl, der beim City Nord BasketBowl in diesem Jahr 15.000 Euro einnehmen konnte. Die Summe verwendete die Produktionsschule zur Anschaffung einer Formatsäge. Team-Kapitän Lotto, der selbst aus Barmbek stammt, sympathisiert schon aus diesem Grund mit der Einrichtung: „Es gibt ja viele Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren. Aber das, was hier für die Jugendlichen geleistet wird und was sie auch selbst hier leisten dürfen, hat Hand und Fuß, stimmt für mich von A bis Z. Für mich ist das die perfekte Form von Sponsoring!“ Sagt’s und freut sich schon auf den nächsten Charity-Basket Bowl im kommenden Jahr. (ba)

INFO: Die Hamburger Behorde fur Schule und Berufsbildung gründete im Oktober 2009 die Produktionsschule im Stadtteil Steilshoop. Zu den Schulern gehoren die benachteiligten Schuler und Jugendlichen Steilshoops und der angrenzenden
Stadtteile, insbesondere so genannte Schulverweigerer. Es gibt einen Werkhof (Malerei, Schlosserei, Tischlerei, Gastronomie), ein Produktionsthema, gemein- sames Essen, zwei Sozial- Padagogen, sieben Anleiter, 50 Produktionsschuler, klare Regeln, feste Rituale. Mehr daruber im Internet unter http://www.stylz-prod.de
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