Musik verbindet

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Begeisterte das Publikum: Der syrische Sänger Ibrahim Keivo

Hochschule für Musik und Theater veranstaltet Willkommenskonzert für Flüchtlinge am Tessenowweg

Seit kurzem befindet sich die Hochschule für Musik und Theater übergangsweise auf dem Campus in der Hebebrandstraße. In direkter Nachbarschaft zum Gelände liegt das Pavillondorf am Tessenowweg, in das mit 428 alleinstehenden Flüchtlingen ebenfalls kürzlich neue Bewohner gezogen sind.

Während einem benachbarten Flüchtlingsheim andernorts große Skepsis entgegen gebracht wird, wollten die jungen Musikerinnen und Musiker diese Nachbarschaft feiern. Es entstand die Idee, ein Willkommenskonzert nicht nur anlässlich des neuen Campus, sondern explizit auch für die Bewohner des Pavillondorfs zu veranstalten. Die BigBand der Hochschule konnte für diese Idee den syrischen Musiker Ibrahim Keivo gewinnen. Keivo singt traditionelle syrische Volksmusik und erlangte damit große Bekanntheit. Doch auch er musste seine Heimat verlassen und lebt nun als politischer Flüchtling in Deutschland. Am 22.4. wurde die Idee Wirklichkeit: Unter der musikalischen Leitung von Prof. Wolf Kerschek verbanden sich die traditionellen Klänge Keivos mit der Jazzmusik der HfMT-BigBand. Die Mischung gefiel – etwa 250 Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter viele Bewohner der benachbarten Unterkunft, kamen.

Mit ins Boot geholt hatten die Studierenden für das Konzert auch Fördern und Wohnen, durch die das Pavillondorf betreut wird, sowie die Initiative Welcome to Barmbek. Welcome to Barmbek besteht aus Freiwilligen, die sich für die Integration von Flüchtlingen in den Stadtteil einsetzen. Im Tessenowweg werden von der Initiative u.a. die Essensausgabe der Tafel sowie eine Teestube betreut, außerdem Sport- und in Kürze auch Sprachangeboten gestaltet. Dank der vielen helfenden Hände konnte beim Willkommenskonzert neben der Musik ein großes Buffet mit vielen internationalen Speisen geboten werden, die zur besseren Verständigung liebevoll bebildert waren.

Essen und Musik schafften das, wo Sprache oft noch nicht ausreicht: eine positive Verbindung durch die gemeinsame Freude an der Musik. Am Ende des Konzerts saß fast niemand noch auf seinem Stuhl. Das Foyer der Hochschule war gefüllt mit tanzenden Menschen, die den Abend sichtlich genossen – egal, welche Sprache sie sprechen.

Das Konzert soll nur den Anfang des Miteinanders von Hochschule und Bewohnern des Pavillondorfes bilden. Mit Unterstützung von Welcome to Barmbek und Fördern und Wohnen sollen weitere Projekte folgen. Wer sich ebenfalls einbringen möchte, kann sich per E-Mail an mail@welcome-to-barmbek.de wenden oder sich unter www.welcome-to-barmbek.de sowie auf Facebook informieren.
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