Tempo 30 und was wirklich zählt

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Was zählt mehr? Ist es der Zeitgewinn von wenigen Sekunden. Oder ist es die Chance, die Gefahren für unsere Kinder im Straßenverkehr auf dem Schulweg zu verringern. Die Abwägung zwischen dem schneller ans Ziel kommen und dem Leben von Kindern kann nur in eine Richtung gehen.
Und so sollte es auch in der Straße Rübenkamp im Bereich der Grundschule Genslerstraße sein. Die Grundschule wird von ca. 230 Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren besucht. Viele Kinder nutzen den Rübenkamp als Schulweg oder kommen mit der Linie 23 bis zur Haltestelle Genslerstraße. Auch durch die Kooperation mit dem Bauspielplatz sind viele Kinder im Rübenkamp zu Fuß unterwegs. Der Rübenkamp, an den das Schulgelände direkt angrenzt, ist eine vielbefahrende Straße. Autofahrer nutzen sie auch, um die parallel verlaufende Fuhlsbüttler Straße zu umgehen. Die Buslinie 23 fährt hier im 10 Minutentakt in beide Richtungen.
Was liegt also näher als die Einrichtung von Tempo 30 in diesem Bereich. Untersuchungen zeigen, dass sich die Wucht bei einem Zusammenstoß mit einem Auto bei Tempo 50 verdreifacht. Somit wird das Verletzungsrisiko deutlich erhöht. Generell wird durch Tempo 30 das Unfallrisiko verringert. Lärm wird gemindert, Abgase werden reduziert.
Durch die Polizei wurde ein Antrag auf die Einrichtung von Tempo-30 aus dem Regionalausschuss mit der Begründung abgelehnt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Reduzierung der Geschwindigkeit im Rübenkamp auf 30 km/h nicht vorliegen. Damit wurde zu Gunsten geltender Vorschriften und gegen mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr entschieden.
Inzwischen gibt es aus Berlin und Nürnberg Gerichtsurteile, die Tempo 30 im Bereich von Schulen befürworten. Darin wird verdeutlicht, dass das Angrenzen der Straße an das Schulgelände bereits „eine erhebliche Gefährdungssituation für Schülerinnen und Schüler in sich berge“.
Unter diesen Gesichtspunkten muss Tempo 30 im Bereich der Schule eingerichtet werden. Die Eltern der Schule werden sich weiterhin dafür einsetzen. Nürnbergs Oberbürgermeister hat es nach dem Urteil auf den Punkt gebracht. „Das Grundrecht auf Tempo 50 ist eben niedriger zu bewerten als das Grundrecht auf Unversehrtheit.“
Was wirklich zählt, ist das Leben unserer Kinder.
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