Dealer vor Gericht

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Marihuanatüte Symbolfoto: thinkstock

Marihuana-Beuteln Namen gegeben

Bramfeld Die Glindwiese in Bramfeld ist eine beschauliche kleine Gasse. Doch Polizeibeamte, die die Straße am 21. Oktober vergangenen Jahres überwachten, entdeckten dort erstaunliche Aktivitäten „grauer Eminenzen“. Am Vormittag fuhr ein weißer Kastenwagen vor, beladen mit blauen Müllsäcken. Aber es war kein Müll, der in die Wohnung von Pouyan H. (30) geliefert wurde. Es war Rauschgift: 52,5 Kilogramm Marihuana. Zu Preisen zwischen 4500 und 5800 Euro pro Kilo verkaufte der Wohnungsinhaber den Stoff an Großabnehmer weiter. Deshalb muss sich der in Teheran geborene Dealer, der im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Hamburg kam, vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Der Vorwurf: „Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.“ Pouyan H. war noch am Abend des 21. Oktober von den Beamten, die ihn beobachtet hatten, in Haft genommen worden. Mit ihm vier weitere Männer, die in der Glindwiese Marihuana in großen Mengen gekauft hatten. Bei der Durchsuchung der Wohnung von Pouyan H. fanden die Beamten Gelder in Höhe von 11.750 Euro, 16 Kilogramm Marihuana, die noch keinen Käufer gefunden hatten, sowie die Ausrüstung zum Bau einer großen Cannabis-Plantage. Der junge Angeklagte, der bisher noch unbestraft ist, legte vor dem Landgericht ein Geständnis ab. Er darf dafür mit einer Strafe unter drei Jahren Gefängnis rechnen. Das stellte ihm das Gericht für das Geständnis in Aussicht. Auslöser für den Rauschgifthandel war wohl die vorübergehende Trennung von seiner Freundin Jasmin im vergangenen Jahr. Er habe deshalb in der Glindwiese die Wohnung gemietet, erklärte er. Dann habe sich für ihn plötzlich die Möglichkeit ergeben, mit Marihuana zu handeln. Die Namen der Marihuana-Lieferanten gab er nicht preis. Der Angeklagte: „Vor denen habe ich große Angst!“ In seiner Wohnung verpackte er das Rauschgift in Plastikbeutel, die er mit Phantasienamen beschriftete u. a. „Superman“ „Hulk“, „Mobby Dick“, „Amor“ oder „Kiki“. Er selbst habe für seinen Zwischenhandel in Bramfeld nur 5000 Euro bekommen, behauptet Pouyan H. Der Prozess wird fortgesetzt. (je)
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