Drohbrief ins Amt: „Tod im Jobcenter“

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Arbeitsloser fühlte sich vom Jobcenter schlecht behandelt und schickte Drohbriefe. Jetzt steht er vor Gericht Symbolfoto: thinkstock

Arbeitsloser Rahlstedter fühlte sich ungerecht behandelt

Rahlstedt/Barmbek Das Jobcenter Alstertal/Rahlstedt hatte ihm die Leistungen gekürzt. Das wollte Christian G. (29) nicht hinnehmen. Der psychisch kranke Mann schrieb daraufhin Drohbriefe an die Agentur für Arbeit.

Ihr seid für meine Depressionen verantwortlich!“ Angeklagter

Darin gab er den für ihn zuständigen Mitarbeitern die Schuld für seine schlechte psychische Verfassung. „Ihr seid für meine Depressionen verantwortlich!“ erklärte er. Dem Brief legte er einen Zeitungsartikel mit dem Titel: „Tod im Jobcenter: Die Folgen des Todesschusses“ bei. In weiteren Schreiben drohte er mit einem Amoklauf. Einer Mitarbeiterin, die für ihn zuständig war, schickte er das Foto einer Pistole mit Munition. Er wies dabei auf „tragische Unfälle mit Waffen“ hin und bezog sich auf tödliche Amokläufe in den USA und in Karlsruhe.
Die völlig verängstigte Mitarbeiterin des Jobcenters verständigte die Polizei. Die durchsuchte daraufhin die Wohnung des Briefschreibers in Rahlstedt. Außer der Schreckschusspistole, die auf dem Foto abgebildet war, fand die Polizei einen Schlagstock mit Elektroschocker. In seinem Auto hatte Christian G. einen Schlagring versteckt. Für seine Drohungen muss sich Christian G. jetzt vor dem Amtsgericht Barmbek verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bedrohung sowie einen Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Der Angeklagte schweigt vor Gericht, lässt seinen Anwalt für sich sprechen. Der Jurist hielt die Hausdurchsuchung bei seinem Mandanten für gesetzeswidrig und möchte eine Einstellung des Verfahrens erreichen. Doch da macht die Staatsanwaltschaft nicht mit.
Dafür habe der Angeklagte zu viel Angst und Schrecken im Jobcenter Alstertal/Rahlstedt verbreitet. Die mit dem Foto bedrohte Sachbearbeiterin ist immer noch so verängstigt, dass sie nicht als Zeugin aussagen möchte. Sie möchte dem Angeklagten nicht gegenübertreten. Ob ihr Wunsch erfüllt wird, steht noch nicht fest. Dafür müsste Christian G. ein umfangreiches Geständnis ablegen.
Doch bisher hat er sich nicht einmal bei den Mitarbeitern des Jobcenters entschuldigt. Der Prozess wird fortgesetzt. (je)
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3 Kommentare
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Karl Miksch aus Barmbek | 12.02.2015 | 14:27  
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Grilleau Marigny aus Bramfeld | 12.02.2015 | 14:33  
1.197
Elke Noack aus Rahlstedt | 13.02.2015 | 10:10  
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