Gericht Barmbek: Drei Frauen verurteilt

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Richterin verhängt Haftstrafen für Zetteltrick Symbolfoto: thinkstock

Richterin verhängt Haftstrafen für gemeinen „Zetteltrickdiebstahl“

Barmbek Der sogenannte „Zetteltrickdiebstahl“ gehört zu den gemeinsten Verbrechen, bei denen ältere Menschen zu Opfern werden. Vor dem Amtsgericht Barmbek wurden jetzt drei Frauen zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt, nachdem sie im Prechtsweg so einen Diebstahl begangen hatten. Die aus Polen stammenden Angeklagten hatten aus ihrem Auto heraus einen älteren Mann verfolgt, der von einem Arztbesuch nach Hause ging. Woher die Frauen wussten, dass der Mann einen höheren Geldbetrag bei sich trug, ist nicht bekannt.

Mutter-Tochter-Team

Die Angeklagte Klaudia J. (36) sprach den 83-Jährigen an seiner Wohnungstür an. Sie bat um einen Zettel und einen Stift, um eine Nachricht für eine Nachbarin zu hinterlassen, die gerade nicht zu Hause sei. Hilfsbereit besorgte der ältere Herr die benötigten Gegenstände. Unterdessen hatte die Frau ein großes Tuch ausgebreitet, hinter dem ihre Mutter Jadviga J. (53) unbemerkt in die Wohnung schlüpfte und aus dem Portemonnaie des Opfers 2.500 Euro entnahm. Unterdessen schrieb der alte Herr eine Nachricht für seine Besucherin auf, die vorgab, ihre Brille vergessen zu haben.

Zivilfahnder beobachten Täter

Mit dem Geld liefen die Diebinnen zum Auto der Bande zurück. Dort wartete ein Fahrer (er wird gesondert verfolgt) und die dritte Angeklagte Helena T. (61). Zügig fuhren die Täter davon. Zum Glück hatten Zivilfahnder der Polizei das auffällige Verhalten der vier Täter beobachtet. Sie stoppten das Auto. Bei der Fahrzeugdurchsuchung konnten das Geld, Einbruchswerkzeug und das große Tuch sichergestellt werden. Das Schöffengericht verurteilte Klaudia und Jadviga J. zu Gefängnisstrafen von 16 Monaten wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. Helena T. erhielt wegen Beihilfe eine Haftstrafe von acht Monaten. Alle drei Angeklagten sind wegen ähnlicher Delikte vorbestraft.

Täter sind Profis

Die Vorsitzende Richterin fand in der Urteilsbegründung deutliche Worte gegen die Angeklagten: „Verbrechen wie Enkeltrick oder Zetteltrickdiebstahl sind deshalb so gemein, weil hier wehrlose alte Menschen zu Opfern werden. Nachdem sie bestohlen wurden, schämen sich diese Leute, weil sie auf den Trick hereingefallen sind. Sie trauen sich oft nicht, das Verbrechen zu melden. Diese älteren Menschen sind besonders hilfsbereit.“ Die Richterin weiter: „Die Angeklagten sind Profis. Sie waren gut ausgerüstet und haben genau diese Hilfsbereitschaft des Opfers ausgenutzt.“ Sobald das Urteil rechtskräftig ist, müssen die „Damen“ ihre Haftstrafen antreten. ( je)
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