Gitter statt Seile

Anzeige
Boxer Yavuz Keles muss über sieben Jahre hinter Gitter Foto: Hoyer/Archiv

Hohe Strafe für Box-Europameister nach vier Raubüberfällen in Barmbek

Von Martin Jenssen
Barmbek
Ausgeknockt: Profiboxer Yavuz Keles (34) muss für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Knapp 14 Monate ist es her, da gewann er in Berlin den Europameisterschaftstitel im Halbschwergewicht. Wenige Monate später der gnadenlose Abstieg. Der Boxer, der sich als „Ali von Altona“ feiern ließ, wurde geschieden, verlor seine Wohnung, wurde süchtig nach Kokain und häufte hohe Schulden an. Um an Geld für das von ihm benötigte Kokain zu kommen, beging er fünf Raubüberfälle auf vier Taxifahrer und eine alte Dame. Vier dieser Raubtaten passierten in Barmbek. Vom Hamburger Landgericht wurde der Boxer für diese Taten, die er im Mai vergangenen Jahres innerhalb von drei Tagen, zwischen dem 24. und 26. Mai beging, zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter zu dem Boxer: „Sie haben die überfallenen Menschen in Angst und Schrecken versetzt.“ Besonders gemein der Überfall auf eine 81-jährige Frau. Keles schlich sich am helligten Nachmittag gegen 14.50 Uhr auf dem Gehweg der Berthastraße von hinten an sie heran. Er hielt ihr ein Messer vor das Gesicht und drohte, sie abzustechen. Dann durchtrennte er mit dem Messer die Riemen der Handtasche seines Opfers. Die Tasche enthielt Bargeld in Höhe von 60 Euro.
Gering auch die Beute bei den Raubtaten auf die Taxifahrer, die er in der Berthastraße oder der Elsastraße überfiel: Knapp 1100 Euro. Der Boxer wetterte während der gesamten Urteilsverkündung gegen die hohe Strafe, kaute ungehörig an einem Butterbrot und beteuerte immer wieder, dass er unschuldig sei und als erster Box-Europameister Altonas solcher Überfälle nicht nötig habe.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige