Mordversuch in Barmbek mit Kleinlaster?

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Schwerer Unfall in Barmbek: Wollte der Fahrer sich und seine Familie umbringen? Der Mann muss sich jetzt vor Gericht verantworten Symbolfoto: thinkstock

Prozess vor dem Hamburger Landgericht gegen Unfallfahrer Juan V.

Barmbek-Nord Es war ein schlimmer Unfall, der sich am 5. Juni gegen 22.45 Uhr an der Kreuzung Hellbrookstraße/Rübenkamp ereignete. Ein Kleinlaster krachte dort mit mindestens 45 km/h gegen die massive Betonmauer der U-Bahn-Brücke. Beifahrerin Giorgiana B. (31) erlitt schwerste Verletzungen an Schulter und Beinen. Auch der Fahrer Juan V. (53) wurde schwer verletzt. Die sechsjährige Tochter von Giorgiana B. kam mit einer leichten Schnittwunde am Hals davon. Am Tag nach dem Unfall wurde Juan V. der Haftbefehl verkündet. Die Staatsanwaltschaft: „Es war kein normaler Unfall. Der Fahrer wollte sich und seine Familie umbringen.“ In Gefahr waren außerdem weitere Verkehrsteilnehmer, die sich am späten Abend des 5. Juni in der Hellbrookstraße befanden. Der Inhaber einer kleinen Reinigungsfirma muss sich deshalb jetzt vor dem Hamburger Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten. Am Tag des Unfalls hatte die Familie im Stadtpark gefeiert. Juan V. hatte einen Grill aufgebaut, wollte Fleisch und Bier verkaufen. Doch das Geschäft lief nicht gut. „Ich habe dafür selbst einige Flaschen Bier getrunken“, gesteht der Angeklagte. Trotzdem fühlte er sich nicht betrunken. Doch während der Rückfahrt mit seiner damaligen Lebensgefährtin und ihrer Tochter zur gemeinsamen Wohnung in der Hermann-Kaufmann-Straße soll der Angeklagte ausgerastet sein. Seine ehemalige Lebensgefährtin als Zeugin vor Gericht: „Während der Fahrt beschimpfte er mich als Hure. Dann rief er: Heute werden wir alle sterben! Und dann lenkte er das Auto in den Gegenverkehr.“ Sie habe das Steuer mit beiden Händen herumgerissen und so einen Unfall mit einem entgegenkommenden Auto in der Hellbrookstraße vermieden. Die Zeugin: „Er schlug mir aber auf die Arme, so dass ich vor Schmerz das Steuer losließ. Dann gab er Gas und krachte gegen die Mauer.“ Der Angeklagte behauptet, er habe keine Erinnerungen an den Unfall. Juan V.: „Ich hatte in den Tagen zuvor viel gearbeitet und war übermüdet. In unserer Beziehung herrschte schon seit längerer Zeit eine gespannte Atmosphäre. Wir hatten über eine Trennung nachgedacht. Aber ich hatte keinen Grund, mich und meine Familie umzubringen.“ Der Prozess wird fortgesetzt, Urteil im Dezember. (je)
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