Mordversuch mit Sitzsack

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Gericht verurteilt Ehemann zu fünf Jahren Haft nach Mordversuch an seiner Frau Symbolfoto: thinkstock

Fünf Jahre Freiheitsstrafe nach Attacke auf die Ehefrau

Barmbek Fünf Jahre Freiheitsstrafe. Das war die Quittung für einen Familienvater aus Barmbek, der versucht hatte, seine Frau mit einem Sitzsack zu ersticken. Mit dieser Verurteilung kam der Angeklagte noch glimpflich davon. Die Staatsanwaltschaft hatte eine hohe Strafe von neun Jahren gefordert.
„Sie haben großes Theater vorgeführt“, bescheinigte der Vorsitzende Richter des Hamburger Landgerichts dem Angeklagten ein schauspielerisches Talent. Während der Beweisaufnahme hatte der Hamburger Fluggastbetreuer Carlos V. R. (47) weinend und jammernd immer wieder seine Unschuld beteuert.
„Es sollte nur ein Scherz sein“, erklärte er dem Gericht. Er habe nachts ein Gespenst spielen wollen. Doch seine Ehefrau Maria R. (43) und der zehnjährige Sohn des Angeklagten hatten dem Gericht als Zeugen erklärt, wie ernst die Sache wirklich gewesen war.

Sohn rettete seiner Mutter das Leben


Geschehen war der Mordversuch in der Nacht zum 2. Oktober vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares in Barmbek. Während Ehefrau und Sohn schliefen, schlich Carlos V. R. gegen 1.20 Uhr vermummt und mit Latexhandschuhen an den Händen in das Zimmer seiner Frau.
Dort warf er den Sitzsack auf die schlafenden Ehefrau, um sie zu ersticken. Maria R. wachte durch die Attacke auf. Er versuchte ihre Hilfeschreie zu unterdrücken, indem er eine Ecke des Sitzsackes in ihren Mund steckte. Die Schreie hatten jedoch zuvor schon den zehnjährigen Sohn geweckt. Er stürzte in das Zimmer und zerrte an den Kleidern des Vaters. Als das nichts half, trat er auf den Vater ein, bis der von seiner Frau abließ. Der Junge rettete damit nicht nur seiner Mutter das Leben, er bewahrte seinen Vater gleichzeitig vor einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Ehe war kaputt


Die Beziehung des Ehepaares war schon viele Jahre zerrüttet. Sie schliefen in getrennten Zimmern. Die Frau hatte immer wieder die Scheidung gefordert, die der von den Kapverden stammende Ehemann aber nicht wollte. Während der Streitigkeiten hatte sie ihn häufig mit Worten wie „egoistisches Schwein“, „Penner“ und „Schlappschwanz“ beleidigt.Der Vorsitzende Richter zum Angeklagten: „Sie haben viel Glück gehabt. Das Verhalten ihrer Frau hat eine erhebliche Rolle dabei gespielt, dass sie mit einer so milden Strafe davon gekommen sind.“ (je)
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