Mordversuch oder „Scherz“?

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Ehemann steht wegen Mordversuch an Ehefrau vor Gericht Symbolfoto: thinkstock

Mann drückte Sitzsack auf Gesicht seiner Ehefrau

Barmbek Wenn es ein Scherz sein sollte, dann war er reichlich misslungen. Lacher erntete Carlos V. (47) dafür nicht. Er selbst schluchzt jetzt vor Gericht über sein schreckliches Elend, denn der misslungene „Scherz“ brachte ihn ins Gefängnis. Wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an seiner Ehefrau muss sich der Hamburger Fluggastbetreuer vor dem Schwurgericht verantworten.
In der gemeinsamen Ehewohnung in Barmbek soll Carlos V. in der Nacht zum 2. Oktober vergangenen Jahres mit vermummtem Gesicht und Gummihandschuhen an den Händen das Schlafzimmer betreten haben. Auf dem Rücken schleppte er dabei einen voluminösen knallroten Sitzsack in den Schlafraum. Dort drückte er den Sitzsack seiner schlafenden Ehefrau auf das Gesicht. Anschließend soll er sich selbst auf den Sack gelegt haben, um die Frau zu ersticken.
Vor Gericht beteuert der Angeklagte, der auf den Kapverden geboren wurde: „Ich wollte meine Frau nur erschrecken. Ich bin in das Zimmer gegangen und habe gerufen: „Huhuhu, hier kommt ein Gespenst! Ich schwöre, es war nur als Scherz von mir gedacht und ich hoffe, dass mich das Gericht mit Gottes Hilfe freisprechen wird. Alles andere wäre ungerecht und unfair!“

Ehefrau hatte Angst um ihr Leben


Die Ehefrau Almeida V. sieht die Sache etwas anders und schon gar nicht als Scherz. „Ich bin aufgewacht, weil plötzlich etwas Schweres auf mir lag. Mein Mann hat versucht, mir das Kissen in den Mund zu stecken. Ich habe mich mit aller Kraft gewehrt.“

Sohn zerrt Vater von der Mutter weg


Erst als der gemeinsame zehnjährige Sohn des Ehepaars, geweckt von den Hilferufen der Mutter, in das Schlafzimmer stürmte, an dem Vater zerrte und auf ihn eintrat, ließ Carlos V. von seiner Ehefrau ab. Das Kind rettete so vermutlich seiner Mutter das Leben. Die Ehefrau erlitt mehrere Verletzungen im Gesicht. Der Prozess wird fortgesetzt. Urteil voraussichtlich am 5. Mai. (je)
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