Verkehrskontrolle: Jeder Zehnte war zu schnell

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Während ein Mitarbeiter mit dem Fahrer spricht, sichert ein Kollege auf der Beifahrerseite ab Foto: Heume
 
Bünabe Stefan Sorge (r.), der die Maßnahme organisiert hat, und sein Vorgesetzter, Peter Vogt, sind zufrieden mit dem Verlauf der Verkehrskontrolle Foto: Heume
Hamburg: Wandsbeker Chaussee |

Die Highlights der Verkehrskontrollen in Barmbek und Eilbek: 83 Stundenkilometer und 2,47 Promille

Von Ruth Heume
Barmbek/Eilbek
Am Donnerstag führte die Polizei eine großangelegte Verkehrskontrolle in Barmbek und Eilbek durch (das Wochenblatt berichtete). Rund 75 Mitarbeiter waren im Einsatz, davon zahlreiche Polizeischüler. Das Wochenblatt war live dabei.

12.15 Uhr: Bramfelder Straße


Ein Porsche Cayenne wird angehalten. Während ein Mitarbeiter den Fahrer anspricht, steht immer ein Kollege zur Sicherung auf der Beifahrerseite. Hier können die Polizeischüler anwenden, was sie auf der Akademie und im Praktikum gelernt haben. Das Fahrzeug hat am rechten Heck einen Unfallschaden, der ein Sicherheitsrisiko darstellt. Der Fahrer hat keine Fahrzeugpapiere dabei und kann sich nicht ausweisen. Es stellt sich heraus, dass der Unfallschaden bereits bis November vergangenen Jahres hätte behoben sein müssen. Das Fahrzeug wird sofort stillgelegt, die Zulassungsplakette entfernt. Der Fahrer wird zur Feststellung seiner Identität auf das Polizeikommissariat (PK) 31 gebracht.

12.50 Uhr: Eilbektal


Heute wird jeder geblitzt, der die Kreuzung Friedrichsberger Straße bei Rotlicht überfährt. An der Ecke Maxstraße steht ein sogenannter Verfolger auf einem Motorrad bereit, falls sich hier noch jemand der Kontrolle entziehen will. Kurz dahinter befindet sich die Kontrollstelle. Der ältere Herr im E-Klasse Mercedes zückt seinen alten grauen Führerschein. Er scheint nicht ganz einverstanden zu sein. „Sie können gerne Beschwerde einlegen“, entgegnet die junge Polizeischülerin freundlich. Angehalten wird hier aber nicht nur, wer bei Rot gefahren ist, auch allgemeine Kontrollen werden durchgeführt. Der Fahrer eines Citroëns hat seinen Hund auf dem Beifahrersitz. Dieser Verstoß fällt unter das Thema Ladungssicherung. „Der Hund ist eine Ladung im Sinne des Gesetzes“, erläutert Peter Vogt, Leiter Prävention und Verkehr vom PK 31. Der Hund müsse entweder in einem entsprechenden Geschirr angeschnallt sein oder sich hinter einem Gitter befinden, ergänzt sein Kollege Michael Strassenburg, der diese Kontrollstelle leitet.

13.30 Uhr: Zur Mittagspause


Alle Einsatzkräfte treffen sich im PK 31 an der Oberaltenallee. Milad Pajand Birjandi (22) ist Polizeischüler im vierten Semester. Wie für die meisten seiner Kollegen, ist es seine erste Verkehrskontrolle dieser Größenordnung. „Ich bin zur Polizei gegangen, weil ich etwas abwechslungsreiches machen möchte“, sagt der gebürtige Hamburger. Nach der Schule möchte er zunächst bei der Bereitschaftspolizei arbeiten. Er hofft, dass er im PK 31 anfangen kann.
Polizeioberkommissar Andreas Brunn erzählt von einem Fall, der sich am Vormittag an der Kontrollstelle Oberaltenallee zugetragen hat: Der Fahrer eines Mietwagens konnte sich nicht ausweisen. Daraufhin gab er die Personalien eines Bekannten an, den die Beamten sofort überprüften. Dumm nur, dass dieser keine Fahrerlaubnis hatte.

15 Uhr: Wandsbeker Chaussee


Hier gibt es heute zahlreiche Geschwindigkeitsüberschreitungen. Der Spitzenreiter wurde dabei mit 83 Stundenkilometern bei zulässigen 50 gemessen. Lehrgruppenleiter Holger Jänicke-Petersen ist stolz auf seine Truppe, die hier im Einsatz ist. Die Polizeischüler sind im fünften Semester und werden die zweieinhalbjährige Ausbildung im mittleren Dienst in diesem Sommer abschließen. Der Frauenanteil liegt bei über 50 Prozent. Jänicke-Petersen unterrichtet Rechtskunde. „Ich bin für die Polizeischüler so etwas wie eine Vaterfigur“, erzählt der 57-Jährige, der selbst zwei Kinder im Alter seiner Schüler hat. „Die kommen auch schon mal mit Liebeskummer zu mir.“ Aber auch nach Abschluss der Ausbildung wenden sich die Absolventen mit Fachfragen an den Lehrgruppenleiter.

15.45 Uhr: Oberaltenallee


„Am Nachmittag gab es hier wesentlich mehr Rotlichtverstöße als am Vormittag“, berichtet BünaBe Kai-Uwe Petersen. Jetzt wird der Verkehr langsam dichter, der nachmittägliche Berufsverkehr hat eingesetzt. Kontrollstellenleiter Malte Prieß entscheidet, die rechte Fahrspur wieder freizugeben und die Kontrollstelle vorzeitig aufzuheben. „Wir wollen den Verkehr nicht mehr als nötig aufhalten.“

Fazit


Insgesamt wurden 344 Fahrzeuge und Fahrzeugführer überprüft. 35 Fahrzeuge fuhren zu schnell. Darüber hinaus gab es 25 Rotlichtfahrten, 21 Verstöße gegen die Gurtpflicht und 18 Handyverstöße. Vier Fahrer verfügten über keine gültige Fahrerlaubnis. Den Vogel aber schoss ein betrunkener Autofahrer ab: bei ihm wurde eine Atemalkoholkonzentration von 2,47 Promille gemessen.

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