Auf dem Sprung zu Olympia

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Sechs Medaillen hat Daniel Schmidt bei den diesjährigen deutschen Meisterschaften gewonnen Foto: Schmidt/ch
 
Daniel Schmidt in Aktion. Auch die Sprunghöhe zählt Fotos: Schmidt/ch

Daniel Schmidt aus Bramfeld ist Deutschlands Hoffnung auf dem Trampolin

Von Christian Hanke
Bramfeld
Daniel Schmidt will im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. Der junge Polizeibeamte ist Trampolinturner beim Bramfelder SV und in diesem Sport gilt: je höher desto besser. Denn je höher jemand springen will, umso sicherer muss er diesen Sport beherrschen. Auf neun Meter kommt Daniel Schmidt, einer der besten deutschen Trampolinsportler und Olympiahoffnung. Da reicht die Halle im Bramfelder Johannes-Brahms-Gymnasium mit ihren 7,20 Metern schon nicht mehr zum ernsthaften Training. Deshalb bereitet sich Schmidt in der Halle Langenfort in Barmbek auf seine Wettkämpfe vor. Die wurde eigens für die Trampoliner auf eine Höhe von 13,80 Metern ausgerichtet. Da ist noch Luft nach oben. „Das ist die Halle überhaupt in Hamburg“, sagt Daniels Vater und Trainer Olaf Schmidt, der selbst ein erfolgreicher Trampolinturner war.

Titeljäger Schmidt


18 deutsche Meistertitel hat sein 23-jähriger Sohn bereits in verschiedenen Altersklassen und Disziplinen gewonnen. Allein in diesem Jahr waren es sechs. 2010 war Daniel Schmidt bereits Europameister im Einzel und mit der deutschen Mannschaft. „Das war mein bisher größter Erfolg“, erzählt der Trampolinturner vom BSV. „Er turnt sehr elegant, hat gute Bewegungen und viel Talent“, lobt der stolze Vater, der die Trampolinbegeisterung ebenfalls von seinem Vater hat.
Daniels Opa, Peter Schmidt, scharte die erste Trampolin-Crew Hamburgs um sich, machte den Sport hier bekannt. Da er Bramfelder ist, hat sich der Bramfelder SV zum Trampolin-Verein Nummer eins in Norddeutschland entwickelt. 100 Mitglieder umfasst die Trampolin-Abteilung. 90 Prozent der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche.

Olympiahoffnung


Gerade zwei Wochen alt lag Daniel Schmidt zum ersten Mal auf einem Trampolin. Als er sechs Jahre alt war, fragte ihn sein Vater, ob er sich mit dem Trampolin-Sport beschäftigen wolle, weil Olaf Schmidt bei seinem Sohnemann schon entsprechendes Talent entdeckt hatte. Nach einem Tag Bedenkzeit sagte Daniel ja und trainierte fortan regelmäßig. Mit zwölf Jahren war er Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft und rutschte mit 18 automatisch in das Männer-Nationalteam. Daniel Schmidt zählt zu den größten deutschen Trampolin-Hoffnungen, rechnet sich gute Chancen aus, an den nächsten Olympischen Spiele in Rio de Janeiro teilzunehmen. Allerdings stehen nur 16 Startplätze zur Verfügung. Spitzenländer wie China, Russland oder Japan haben da bereits zwei Plätze
so gut wie sicher. Bei den Weltmeisterschaften im nächsten Jahr in Dänemark wird sich entscheiden, ob Daniel Schmidt Olympiateilnehmer wird.

Polizei fördert Schmidt


Bis dahin muss der Polizeibeamte weiter fleißig trainieren und Wettkämpfe bestreiten, fünf bis sechs große und zehn weitere sind es gewöhnlich im Jahr. Da gilt es das Kürprogramm weiter zu entwickeln. Zehn Pflicht- und zehn Kürnummern umfasst eine Wettkampfdarbietung. Es ist eine schnelle Show. Für jeweils zehn Programmteile benötigt Daniel Schmidt rund 30 Sekunden. Er hat sich systematisch gesteigert, nicht nur in der Höhe. Seine derzeit beste Darbietung: ein Doppelsalto rückwärts gestreckt mit vier Schrauben. Sein Arbeitgeber weiß die sportlichen Höchstleistungen zu schätzen. „Ich bekomme viele Freistellungen für Wettkämpfe.“ Angeln würde er gern mal wieder zur Entspannung. Aber dazu reicht die Zeit kaum noch.
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