Barmbeker Handballer in neuen Sphären

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Rune Hanisch, vor Saisonbeginn aus Bad Schwartau zur HGHB gewechselt, erzielte bislang die meisten Feldtore Foto: Bennet Göing
 
„Physio“ Matthias Vogt hat maßgeblichen Anteil Foto: Bennet Göing

Nach dem Pokalsieg könnte das Team um Trainer Holger Bockelmann in die 3. Liga aufsteigen

Von Thomas Hoyer
Barmbek
Die Meisterschaft, der vierte Pokalsieg in Folge und als Krönung vielleicht sogar der Aufstieg in die 3. Liga – für die Handballer der HG Hamburg-Barmbek könnte 2017 zu einem absoluten Topjahr werden, von dem vor wenigen Monaten noch kaum einer zu träumen gewagt hatte. Das Team von Trainer Holger Bockelmann führt die Tabelle der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit sagenhaften 22:0 Punkten an und besitzt im ersten Spiel des neuen Jahres, der vorletzten Partie der Hinserie, gleich die große Chance, seinen härtesten Verfolger, die HSG Ostsee Neustadt/Grömitz, die den Barmbekern mit zwei Minuspunkten dicht auf den Fersen ist, auf Distanz zu halten.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren


Die Vorbereitungen auf das so wichtige Aufeinandertreffen und den zweiten Teil der Saison laufen auf Hochtouren. An diesem Wochenende absolvieren Kapitän Per-Jonas Becker und seine Mitstreiter ein zweitägiges Trainingslager in eigener Halle. Am kommenden Dienstag folgt dann sozusagen die Generalprobe: Im Achtelfinale des Hamburger Pokals empfängt man am Langenfort den Tabellenletzten der Oberliga, das Handballteam Norderstedt (20.30 Uhr). Das sollte allerdings nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins Finale sein, das man die drei vergangenen Jahre gewann. Die Partie gegen Verfolger HSG Ostsee Neustadt/Grömitz steigt dann am Sonnabend (14.1.) um 18 Uhr in der Halle des Margaretha-Rothe-Gymnasiums. „Ein Sieg wäre zwar toll, aber damit wäre noch gar nichts entscheiden“, sagt Jürgen Hitsch, Herrenressortleiter der HGHB, ohne dessen großes Engagement an vorderster Front die derzeitigen sportlichen Erfolge nur schwer vorstellbar wären. „Die Saison ist noch sehr lang, da kann viel passieren.“ Zum Beispiel Verletzungen, von denen die Barmbeker im Vergleich zu früheren Spielzeiten bisher verschont blieben, sicher auch ein Verdienst von „Physio“ Matthias Vogt, der zweimal wöchentlich beim Training in der Halle ist und sich um die kleinen und größeren Blessuren angeschlagener Spieler kümmert.

Bereits Drittliga-Niveau


Aber das Glück, bisher ohne längere Ausfälle durch die Saison gekommen zu sein – auch Nils-Peter Becker ist nach seinem Kreuzbandriss 2015 wieder dabei – ist nicht der Hauptgrund für das erfolgreiche Auftreten der Truppe, die im letzten Spiel des vergangenen Jahres ihr vielleicht erstes großes Meisterstück ablieferte, als sie die vor Saisonbeginn zu den Favoriten zählenden Truppe von WIFT Neumünster in deren Halle 37:27 vom Platz fegte, wobei der Vorsprung zwischenzeitlich sogar 15 Treffer betrug. „Man hat einfach gesehen, dass unsere Mannschaft im Gegensatz zur Vorsaison, als wir Dritter wurden, noch besser eingespielt ist und mittlerweile weitaus stabiler agiert, was auf unseren breit aufgestellten Kader zurückzuführen ist. Das war fast eine halbe Stunde absolutes Drittliga-Niveau“, schwärmt Jürgen Hitsch. Neben Torwart Mathias Nagl und dem 33-jährigen Spielmacher Dennis Tretow konnte der immer stärker werdende, vor Beginn der Serie neue in den Kader gerückte, erst 19-jährige Rune Hanisch mit zehn Toren glänzen. Tretow (53 Treffer, davon 12 Siebenmeter) und Hanisch (49) führen auch die interne Torschützenliste an. Auf Platz drei liegt Kreisläufer Robin Morgner (37), der zudem fast 90 Prozent aller der HGHB zugesprochenen Siebenmeter „herausholte“.

Minimaletat zu hoch


Sollte den Barmbekern tatsächlich der Aufstieg gelingen, müsste gewährleistet sein, dass der Sprung in die 3. Liga finanzierbar ist. Der dazu nötige Minimaletat von etwa 120.000 Euro lässt sich allerdings derzeit noch nicht stemmen. Meldeschluss für die höhere Klasse ist der 15. April. „Zuerst hieß es von den Verbänden, dass wir beim Verzicht wieder in die Hamburg-Liga zurückgestuft würden. Das ist zum Glück vom Tisch und somit auch der Druck“, sagt Jürgen Hitsch, der mit einem Arbeitskreis bereits ein fast fertiges Konzept aus weiteren Sponsoren und ehrenamtlichen Mitarbeitern für den Aufstiegsfall entwickelt hat.
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