Dulsberger Jugend für Olympia

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„Olympiasieger made in Dulsberg“: Schulleiter Björn Lengwenus (Mitte) mit hoffnungsvollen Sporttalenten Foto: Busse

Björn Lengwenus ist neuer Schulleiter der Eliteschule des Sports am Alten Teichweg

Dulsberg An vier Tagen in der Woche morgens und nachmittags Training, an den Wochenenden Wettkämpfe: Leo (16) gilt als vielversprechendes Hamburger Hockey-Talent, spielt in der deutschen U18-Auswahl und beim Uhlenhorster HC. Gleichzeitig ist er ein guter Schüler. Aber Leistungssport und Schule unter einen Hut bekommen? Für viele Nachwuchssportler schließt sich das gegenseitig aus.
Sie müssen sich entscheiden: „Will ich im Sport weiterkommen oder will ich mir mit einem Abitur weitere Türen im Leben offen halten?“ Für Leo stellt sich die Frage nicht mehr, seit er vor einem Jahr von einem Harburger Gymnasium an die Eliteschule des Sports auf dem Dulsberg gewechselt ist. „Hier kriege ich beides besser unter einen Hut“, sagt Leo, der mit 25 weiteren Jugendlichen im benachbarten Sportinternat wohnt und sich so die langen Fahrtzeiten zwischen Wohnort, Schule und Verein spart.
Im Jahr 2006 wurde die Stadtteilschule Alter Teichweg durch den Deutschen Olympischen Sportbund als Eliteschule des Sports anerkannt. Über 200 Jungen und Mädchen werden derzeit ab Klasse 5 in elf Sportarten von Trainern aus den Fachsportverbänden gefördert, darunter Fußball, Schwimmen, Hockey, Rudern und Beachvolleyball. Ziel der deutschlandweit rund 40 zertifizierten Eliteschulen des Sports ist die Förderung leistungssportlich trainierender Kinder und Jugendlicher im Einklang mit ihrer schulischen Ausbildung. „Die Lehrer nehmen Rücksicht auf sportliche Maßnahmen wie Lehrgänge und Meisterschaften, das erleichtert vieles“, erklärt Valerie (16), die Tennis im Bundesligateam des Clubs an der Alster spielt und dafür täglich den einstündigen Schulweg aus Ahrensburg in Kauf nimmt.

Spagat zwischen Sport- und Stadtteilschule


Doch längst nicht alle Schüler am Alten Teichweg haben derart ausgeprägte sportliche Ambitionen. „Wir machen den großen Spagat zwischen Eliteschule des Sports und Stadtteilschule“, erläutert Björn Lengwenus. Der 42-Jährige hat zum Februar die Schulleitung übernommen, nachdem er 14 Jahre lang als Abteilungsleiter an der Stadtteilschule Barmbek tätig war. „Die Art des Denkens von Leistungssportlern ist mir bekannt – ich habe lange Handball gespielt“, erzählt Lengwenus, der sich selbst bei der Hamburger Sportjugend im Schach engagiert und leidenschaftlicher Fußballfan ist. Doch als Schulleiter sind ihm alle 1 000 Kinder und Jugendliche wichtig. Von Klasse 5 bis 8 im Reformschulkonzept, das die individuellen Fähigkeiten der Schüler in den Mittelpunkt stellt. „Es gibt hier viel Möglichkeiten, aktive Schulsprecher und tolle Freizeiträume“, findet Setare (13). „Und es klappt gut, Neue zu integrieren“, ergänzt Joscha. Das Berufsziel des zehnjährigen Dulsbergers ist Architekt, außerdem tobt er sich beim Judo aus. „Sport ist bei allen unseren Schülern ein Thema“, ist sich Björn Lengwenus sicher. Darauf will er aufbauen: „Wir könnten Fanclubs bilden. Unser Motto: „Olympiasieger made in Dulsberg!“ (cb)
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