Ein Leben für den Hamburger Fußball

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Geburtstagsempfang bei Adolf Boock in seiner Wohnung im Käthnerort (v.l.): Waldemar Schmidt („Alter Stamm“ USC Paloma), Adolf Boock, Jürgen Paschereit (Finanzvorstand USC Paloma) und Gerd Mikley („Alter Stamm“ USC Paloma) Foto: Hoyer

Ehrung für Adolf Boock: 90-jähriger Barmbeker ältestes Mitglied beim USC Paloma

Von Thomas Hoyer
Barmbek
Mit seiner Familie und Freunden, darunter einigen Weggefährten seiner langen Karriere als Sportler, feierte Adolf Boock vom USC Paloma am vergangenen Freitag seinen 90. Geburtstag. Der ehemalige Fußballer ist nicht nur das längste (über 1,90 Meter), sondern auch älteste lebende Mitglied des Traditionsvereins. Adolf Boock ist ein echter Barmbecker Jung (damals noch mit „ck“). In der nicht mehr existierenden Nachtigallenstraße und in der Schumannstraße aufgewachsen, trat er von der Fußballbegeisterung der Nachbarskinder angesteckt am 23. September 1940 dem USC Paloma bei, rund ein Jahr nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Kriegsspielgemeinschaft

Als zahlreiche Kicker an die Front mussten und es deshalb immer schwieriger wurde, komplette Teams zu stellen, bildete der USC Paloma mit Uhlenhorst-Herta und dem SC Urania die Kriegsspielgemeinschaft „Barmbeker SG“, um weiter am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Damals gab es ein gemeinsames Ligateam und eine „Reserve“. Dafür war Adolf Boock noch zu jung – aber schon alt genug, um von den Nazis in den Krieg geschickt zu werden. Genau an dem Tag, an dem er seine kaufmännische Ausbildung bei der Firma „Eckmund Gross Sackfabrik“ mit der Prüfung beendete, wurde er zum Militärdienst einberufen. Doch Boock hat Glück im Unglück: Zwar musste er als Flakhelfer dienen, um die Leuna Werke bei Leipzig zu verteidigen, geriet sogar in amerikanische Gefangenschaft in Bad Kreuznach, doch wurde er noch 1945 entlassen und kehrte nach überstandener Typhus-Infektion schließlich gesund nach Barmbek zurück.

Glückgriff Ingeborg

Seine Fußballerkarriere nahm schon bald wieder Fahrt auf, und auch beruflich ging es voran. „Ich bin in die Firma meines Vaters eingetreten, die Planen und Säcke herstellte“, erinnert sich Adolf Boock. Ab Anfang der 1960er- Jahre bis zu seiner Pensionierung 1990 arbeitete er bei den Hamburger Electricitäts-Werken (HEW) als „Gruppenleiter Verkaufsabreichung“. Einen „wahren Glückgriff“ tat Adolf Boock mit seiner Frau Ingeborg, einer ehemaligen Feldhandballerin des USC Paloma, der er am 5. Juni 1954 das Ja-Wort in der inzwischen abgerissenen Kirche Alt-Barmbek gab. 2014 feierte das Ehepaar im Vereinsheim an der Brucknerstraße die Diamanthochzeit. Neben seiner Familie – 1963 wurde Sohn Norbert geboren, der auch schon 50 Jahre Mitglied im USC Paloma ist – und dem Beruf, war König Fußball immer wichtiger Bestandteil seines Lebens. Nach rund 300 Ligaspielen für Paloma, jahrelang als Kapitän, hängte er seine Fußballschuhe nicht etwa an den Nagel, sondern kickte für die Alte Herren, Senioren und Supersenioren des Vereins weiter. Wie eng der seit über 40 Jahren im Käthnerort lebende Barmbeker seinem Verein verbunden ist, zeigt sich daran, dass er lange als Vorsitzender des Ältestenrats fungierte.
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