Schlagfertige Truppe

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Eine schlagfertige Truppe: die Karateabteilung des VfL 93.Fotos: Hoyer

Karateabteilung des VfL 93: Jung und Alt gemeinsam

Barmbek. Karate bedeutet auf japanisch leere Hand. Die asiatische Kampfkunst kommt ohne Waffen aus und kann doch tödlich sein. Soweit betreiben es die Mitglieder der Karateabteilung des VfL 93 aber nicht einmal ansatzweise. In den Turnhallen der Schulen Gensler- und Humboldtstraße treffen sich die derzeit 29 Karatesportlerinnen und -sporler zweimal in der Woche, trainieren alle Facetten des Karate, aber nie wird ein Schlag bis zum Ende ausgeführt. „Kurz vor der Berührung des Gegner ist Schluss“, erzählt Joachim Kraatz, der Leiter der VfL-Karateabteilung und seit 1995 Präsident des Hamburger Karate-Verbandes.
Großes Altersspektrum
Obwohl das Altersspektrum der VfL-Karatekas von 13 bis 73 Jahren reicht, bedarf es keiner Teilung der Abteilung in verschiedene Altersklassen oder nach Geschlechtern. „Die motorischen Fähigkeiten der Karatekämpfer unterscheiden sich kaum unabhängig vom Alter und vom Geschlecht. Der einzige Unterschied ist, dass Erwachsene die Technik mit dem Verstand erfassen, während Kinder sie instinktiv nachahmen“, erläutert Joachim Kraatz, der hohe Anforderungen an die Übungsleiter stellt. „Trainer dürfen nicht oberflächlich sein, vor allem bei Anfängern nicht, denn Anfängerfehler sind später sehr schwer rauszutrainieren“, berichtet Hamburgs höchster Karatefunktionär.
Das 90-minütige Training beim VfL 93 setzt sich aus 45 Minuten Fitness mit Übungen zur Lockerung, zum Dehnen und Kräftigen und 45 Minuten technischem Training mit freiem Kampf zusammen. Beim freiem Kampf stehen sich zwei Kämpfer gegenüber. Das ist beim Karate eigentlich ungewöhnlich, denn dieser Kampfsport ist eine waffenlose Selbstverteidigung. „Es sollte beim Karate keine Gegenangriffe geben“, erzählt Joachim Kraatz. Deshalb interessieren sich die meisten Mitglieder von Karateabteilungen auch nicht nur aus sportlichen Gründen für diese Betätigung, sondern kommen vielfach, um sich selbst verteidigen zu können und oft auch, um dadurch Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu gewinnen.
Reiner Breitensport
„Viele erreichen durch Karate Lockerheit und Entspannung und bekommen das Gefühl: Ich muss nicht mehr weglaufen“, berichtet Joachim Kraatz, der von einer Frau erzählt, die durch das Karatetraining keine Bedrohung auf der Straße mehr empfindet, wenn viele Menschen auf sie zukommen. Die Karatekas des VfL 93 betreiben keine Wettkämpfe. Sie sind reine Breitensportler.
u Wer Lust hat mitzumachen, kann jederzeit zum Probetraining kommen, am Montag in
die Sporthalle der Schule
Humboldtstraße 89 und am
Donnerstag in die Halle der Schule Genslerstaße, jeweils
um 18.30 Uhr. Weitere Infos
hat die Geschäftsstelle des
VfL 93 unter Tel. 27 98 377. (ch)
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