Zwischenhoch gestoppt

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Uranias Kapitän Lukas Maib kann sich gegen Timo Schöneberndt im Zweikampf durchsetzen Foto: Thomas Hoyer
 
Uranias Trainer Andreas Dämmich kann es am Ende kaum noch mit ansehen Foto: Hoyer

Uranias vierte Saisonniederlage. Fairer Sportsmann Jonathan Faas

Von Thomas Hoyer
Barmbek
Bezirksligist SC Urania verpasste am vergangenen Sonntag die Chance, sich im Tabellenmittelfeld festzusetzen, nachdem man einen schlechten Start zuletzt mit sieben Punkten aus drei Spielen nahezu kompensiert hatte. Gegen die „Dritte“ des Niendorfer TSV, die nur einen Zähler mehr auf dem Konto hatte, kassierte das Team eine verdiente 1:2-Niederlage, wobei ein zurückgenommener Handelfmeter die Schüsselszene war.
Die Uranen gingen mit dem Handicap in die Partie, dass mit ihrem verletzten Torhüter Marius Rennicke, der von Nils Reher ersetzt wurde, Mittelstürmer Timo Schöning, nach einer roten Karte in Bergstedt für drei Spiele gesperrt, und dem erkrankten Niklas Dech gleich drei Stammkräfte fehlten. Die erste Chance der Halbzeit eins von den Spielanteilen her ausgeglichenen Partie resultierte aus der 9. Minute, als ein Freistoß der Gäste durch Mann und Maus segelte und vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. Zwei Minuten später besaß Philipp Rössing Uranias erste Möglichkeit, doch wurde sein Schuss im letzten Moment von einem Abwehrbein zur Ecke abgefälscht. In der 24. Minute war Urania erneut mit Fortuna im Bunde, als die Niendorfer nach einem Konter abermals den Pfosten trafen. Um so glücklicher war die 1:0-Führung der Platzherren nach einem Freistoß von Lukas Maib, den Rössing im Fallen vor seinem Gegenspieler mit der Fußspitze erwischte. Das Leder kam zu Farhad Foroughy, der aus drei Metern vollstreckte (26.). In der 30. und 34. Minute verfehlten Rössing und Maib (per Freistoß) das Niendorfer Gehäuse. Kurz vor der Pause besaß der Gegner dann gleich drei Chancen zum Ausgleich, wobei die letzte Möglichkeit erneut ein Aluminiumtreffer war. Die glückliche Halbzeitführung der Uranen sollte nach Wiederanpfiff kaum zwei Minuten halten.

Schwerer Patzer


Einen schweren Patzer von Foroughy nutzte Niendorfs Bo Gehrke zum 1:1. Aber auch die Gastgeber waren nicht chancenlos. Mit einer sehenswerten Einzelleistung scheiterte Rössing, der sich im Strafraum förmlich um zwei Gegenspieler herumwand, aus kurzer Distanz an Niendorfs Schlussmann. Nur eine Minute später hatten die Gäste den Führungstreffer durch Matthias Köhler auf dem Fuß, der völlig frei durch war, als die Barmbeker auf einen Pfiff der Schiedsrichters nach Foul an Rössing warteten. Danach war es erneut Rössing, der diesmal nach Flanke von Angelo Diekmann per Kopf an das Leder kam, doch reagierte der Torwart abermals großartig. Es folgte die Schlüsselszene des auf des Messers Schneide stehenden Spiels. Jonathan Fass beging im gegnerischen Strafraum ein Foul, das der Unparteiische jedoch nicht ahndete. Stattdessen verhängte er einen Handelfmeter, als der Gefoulte im Fallen den Ball mit den Armen berührte. Niendorf protestierte energisch, worauf sich Uranias Jonathan Faas als fairer Sportmann zeigte und auf Befragung sein Stürmerfoul zugab, so dass der Unparteiische den Strafstoß zurücknahm.

Fairer Sportsmann


Um so bitterer war es für die Platzherren, dass der Gegner kurz darauf gegen ihre völlig indisponierte Abwehr durch Köhler der Siegtreffer gelang. Die Barmbeker hatten jetzt nichts mehr zusetzen. Im Gegenteil, der Erfolg des Gastes hätte höher ausfallen können. Einen Schuss parierte Nils Reher glänzend, dann trafen ein Niendorfer zum vierten Mal den Pfosten (78./83.). „Das ist Abstieg, wie wir heute aufgetreten sind“, war Trainer Andreas Dämmich stocksauer nach dem Spiel. „Die Mannschaft ist einfach noch nicht abgeklärt genug.“ Auf die Frage nach dem zurückgenommenen Elfmeter meinte der Coach: „Wenn ich selbst so direkt gefragt worden wäre, hätte ich das Foulspiel wohl auch zugeben. Ehrlich miteinander umzugehen, ist im Sport wichtig.“
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