Bilder der „stern“-Cartoonisten in Hamm

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Für ein gutes Selfie gibt der Urlauber alles Foto: Gerhard Haderer

Fabrik der Künste stellt Arbeiten von Gerhard Haderer, Til Mette, Tetsche und Tobias Schülert aus

Hamburg-Hamm Wenn plötzlich alle Frauen Mäntel in Übergrößen tragen, junge Männer sich Vollbärte wachsen lassen, Fans nächtelang für ein Apple-Produkt Schlange stehen, das es einige Wochen später ganz normal im Handel gibt, wenn vegane Ernährung plötzlich zum intellektuellen Stil gehört, dann ist das Zeitgeist. Die stern-Zeichner Gerhard Haderer, Til Mette, Tobias Schülert und Tetsche haben den Zeitgeist schon von Berufs wegen immer im Blick, aber mit genau der Distanz, die Raum für das Komische lässt. Die Fabrik der Künste hat eine Ausstellung mit Arbeiten der aktuellen stern-Zeichner zusammengestellt. Unter dem Motto „Voll im Trend“ nehmen die Künstler Komisches rund um die Themen Mode und Zeitgeist aufs Korn. In der Gemeinschaftsausstellung lässt sich gut der Stil jedes einzelnen Zeichners nachvollziehen: Der Österreicher Gerhard Haderer ist der Barocke des Kleeblatts. In der ausgefeilten Technik alter Meister liefert er jede Woche ein Gemälde von feinstem Pinselstrich, schön bösartig, versteht sich. Haderer über Haderer: „Der erste Blick ist Sonnenschein, der zweite nicht mehr ganz so heiter.“ Til Mette gilt als der Radikale unter den Zeichnern, kein Thema ist ihm zu brenzlig. Sehr politisch trifft er mit schnellem Strich ins Schwarze. Tetsche ist fast schon ein Klassiker, der Meister des niveauvollen Blödsinns. Sein Markenzeichen ist der Pümpel, den er immer wieder in seinen Zeichnungen unterbringt – manchmal versteckt, manchmal im Mittelpunkt des Geschehens. Ist einmal kein Pümpel zu sehen, dann findet der Betrachter garantiert ein Spiegelei im Bild. Tobias Schülert liebt dagegen eher das Abstruse und das Groteske, er präsentiert seine Pointen meist im Internet. Schülert ist ein Humorist mit Diplom und Träger des deutschen Cartoonpreises. Stargast bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag ist Wigald Boning – in der Fabrik der Künste erwartet den Besucher also viel Humor gewürzt mit einer guten Portion Satire. (sh)

Dienstag, 6. September, Vernissage, 19 Uhr, Ausstellung: bis 2. Oktober, Dienstag bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Sonnabend und Sonntag 12 bis 18 Uhr, Fabrik der Künste, Kreuzbrook 10, Eintritt: 5 Euro. Weitere Infos: Fabrik der Künste
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