Elbphilharmonie nimmt innen Gestalt an

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Der erste Blick auf den Reflektor im großen Konzertsaal der Hamburger Elbphilharmonie Foto: M. Betz

Im Konzerthaus soll am 11. Januar 2017 erste Spielzeit beginnen. Erstmals Blick auf Saaldach freigegeben

Von Malte Betz
HAFENCITY
So einen Pressetermin nimmt Hamburgs Erster Bürgermeister im Wahlkampf zur Bürgerschaft sicherlich nur zu gerne wahr: Noch 728 Tage, dann soll die Elbphilharmonie eröffnet werden! Das verkündete SPD-Mann Olaf Scholz am Montag dieser Woche bei einem Besuch auf der Großbaustelle am Elbufer in der Hafencity. Fast acht Jahre nach dem Beginn des (zwischenzeitlich skandalerschütterten) Prestigebaus ist der 11. Januar 2017 erstmals ein konkretes Datum, das den Beginn der Spielzeit auf den Tag benennt. Kurz vor der Wahl in Hamburg häufen sich damit die guten Nachrichten vom Konzerthaus, das öffentlich finanziert wird und statt geplanter 77 Millionen Euro mehr als das Zehnfache kosten wird.
Anlass für den Besuch war die teilweise Fertigstellung der Decke im Großen Konzertsaal, dem Herzstück des Baus. Unter dem Dach wurde ein 50 Tonnen schwerer, sogenannter „Reflektor“ in den vergangenen Monaten montiert. Er wölbt sich nach unten in den Raum und soll für eine bessere Akustik sorgen und den Schall brechen. Außerdem werden in ihm Lautsprecher und Scheinwerfer untergebracht. Kern des Akustikkonzepts ist jedoch die „Weiße Haut“. Weiße, stark strukturierte Platten aus Gipsfaser. 3.000 der rund 10.000 Platten sind jetzt unter der Decke und auf dem Reflektor montiert worden. Sie sollen, in Kombination mit dem Reflektor, den Großen Konzertsaal zu einem der akustisch besten Konzertsäle der Welt machen; die weltweit einmalige Innenverkleidung kostet rund 15 Millionen Euro.
„Der Blick in den beeindruckenden Großen Saal zeigt, dass Hamburg sich auf ein architektonisch außergewöhnliches Konzerthaus freuen kann“, sagte Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler auf der Baustelle. Für die Herstellung des Saaldachs war bisher eine provisorische Zwischendecke nötig gewesen, eine gigantische Arbeitsebene. Die wurde nun demontiert und gab somit für die zwei Politiker und 112 Journalisten erstmals den Blick in den gesamten Saal frei. Der ist für 2.100 Zuhörer konzipiert. Die Besucher sitzen auf steilen Publikumsrängen, rundherum um das in der Mitte spielende Orchester. Nur die Orgel wird als einziges Instrument außerhalb des Zentrums an einer Wand positioniert.
Die Übergabe des Hauses ist für den 31. Oktober 2016 vorgesehen, danach sollen die Musiker zwei Monate im Inneren proben. „Mit der Öffnung der Plaza bereits im November 2016 werden wir möglichst vielen Hamburgern die Möglichkeit geben, schon vor der Eröffnung des Konzerthauses ihr neues Wahrzeichen kennenzulernen“, erklärte der Erste Bürgermeister Olaf Scholz. „Rund 30.000 Besucher auf der Baustelle im letzten Jahr zeigen, dass das Interesse an der Elbphilharmonie groß ist.“ Als „Plaza“ wird von den Architekten der große Spalt zwischen dem unteren Backsteinspeicher und dem oberen, auf Säulen ruhenden Glashaus bezeichnet. Die Elbphi-Plaza liegt 37 Meter hoch, bietet eine zusammenhängende Fläche von 4.000 Quadratmetern und einen tollen Rundumblick.
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