Emotionale Wortgefechte

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Salman Rushdie wendet sich in seinem Roman „Die satanischen Verse“ wortstark gegen jede Art politischer oder religiöser Bevormundung und erhielt dafür das islamische Todesurteil Foto: Stefan Malzkorn/wb

Das Sprechwerk präsentiert Eigenproduktionen zu aktuellen Themen Digitalisierung und Religion

Von Mona Kampe
Borgfelde
Das Hamburger Sprechwerk kehrt zu seinen ursprünglichen Wurzeln – dem Sprechtheater – zurück und präsentiert in Eigenproduktion die Reihe „Wortgefechte“, die sich mit dialogstarken, emotionalen Schauspieltheaterstücken zu aktuellen und relevanten Gesellschaftsthemen befasst.

Gedankenexperiment



Zum Auftakt gibt es gleich zwei Dialogakte: In „Antarktis“ ist der ehemalige Forscher Werner auf die Pflege seiner Tochter Ina angewiesen, da Verstand und Körper nicht mehr richtig mitmachen. Diese nimmt an dem Projekt „Daytrack“ teil – eine digitale Dokumentation, die ihr Verhalten und Leben aufzeichnet sowie kommentiert, um es zu optimieren. Ihr Online-Freund Jens ist bereits zu keiner rein sinnlichen Erfahrung mehr fähig. Und Ina? – Starkes Gedankenexperiment unter der Regie von Friederike Barthel über das Archivieren von Erinnerung. In den „satanischen Versen“ dreht sich für zwei Überlebende eines Terroranschlags alles um Glaube und Zweifel. Teufel und Erzengel treffen in ihnen aufeinander und bewegen sich zwischen Traum und Realität. „Das Liebeskonzil“ erzählt die Geschichte der Syphilis als göttliches Auftragswerk im Pakt mit dem Teufel, um die sündigen, grausamen Auswüchse auf Erden zu strafen.
Andreas Lübbers verbindet die Werke von Salman Rushdie und Oskar Panizza unter der Regie von Konstanze Ullmer zu einem stimmengewaltigen Bühnenabend, an dem die Satire der Autoren, mit der sie den Dogmatismus ihrer Religion in Frage stellen, lodert.

Antarktis
Dienstag, 1. September und Mittwoch, 2. September, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen: Mittwoch, 23. September und Donnerstag, 24. September, 20 Uhr. Eintritt 19 Euro, erm. 12,50 Euro, im Vorverkauf 18,30 Euro, erm. 11,70 Euro inklusive VVK-Gebühren

Die satanischen Verse/ Liebeskonzil
Freitag, 28. August, 20 Uhr (Premiere), Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Straße 23. Weitere Vorstellungen: Sonnabend, 29. August, 20 Uhr, Sonntag, 30. August, 18 Uhr, Dienstag, 8. und Mittwoch, 9. September, jeweils 20 Uhr. Eintritt 20 Euro, erm. 12,50 Euro, im VVK 19,40 Euro, erm. 11,70 Euro inklusive VVK-Gebühren

Beide Vorstellungen im Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Straße 23.
Reservierung unter 0180 / 50 40 300 oder unter www.hamburgersprechwerk.de
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