Hamburg: „Die Bühne braucht Gefühl“

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Denise Stellmann möchte mit ihren Geschichten „mehr Echtheit und Gefühl“ auf die Bühne bringen Foto: Julia Santoso/wb

Denise Stellmann erzählt mit „Nilah“ eine traurig-schöne Liebesgeschichte

Von Mona Kampe
Hamburg Unnötiges Dramatisieren ist ihr fremd: Autorin Denise Stellmann erzählt tragisch-humorvolle Geschichten mit Anspruch und Gefühl - solche, in denen sich der Zuschauer wiedererkennt. Ihre aktuelle Produktion „Nilah“, über den Weg einer Edel-Prostituierten, führt erstmalig Bühnen- und Filmelemente zusammen und schafft Raum für Offenheit, Bewegung sowie Emotionen.
„Nilah“ bewegt viele Menschen, doch in ihr bewegt sich nichts. Wie kann jemand, der so viel gibt, selbst so leer und emotionslos sein? Die Protagonistin ist eine eiskalte Frau - sie zeigt keine Gefühle, sie kann nicht. Doch warum? Ist es gerade die faszinierende Emotionslosigkeit Nilahs und der Kontrast zu allen stark gefühlsbetonten Menschen um sie herum, die sie so besonders machen? Autorin Denise Stellmann (29) erzählt in ihrem Regiedebüt eine traurig-schöne Lebensgeschichte, die berührt. „Ich könnte wetten, dass 60 Prozent aller Zuschauer danach in Nilah verliebt sind. Frauen und Männer gleichermaßen“, so die junge Regisseurin.
Bewegung, Emotionen und Offenheit - drei Eigenschaften, die der Hamburger Autorin besonders am Herzen liegen. Nach Abschluss ihres Schauspiel-Diploms 2006 und dem Warten auf die große Rolle, entschied sich die Künstlerin wieder zu ihrer alten Leidenschaft - dem Schreiben - zurückzukehren. Bereits 2010 schrieb sie mit einer Kollegin das Stück „Zweisam“, in dem sie auch selbst auf der Bühne zu sehen war. Es folgten mehrere Theater-Slams, die sie gewann, was ihr Engagement fürs Schreiben bestärkte. „Eine gute Übung für alle Schauspieler, um Sicherheit auf der Bühne zu gewinnen und zu schauen, was man selbst möchte und kann“, sagt die Autorin. Was sie will, weiß sie: Geschichten mit Tiefgang und Humor erzählen, die berühren.

Movie meets stage

Hierfür hat sie ein ganz eigenes, Konzept geschaffen: „Movie meets stage“. Schauspiel und Filmelemente treffen aufeinander und schaffen eine ganz neue Form des Theaters. „Die Bühne braucht Authentizität und Gefühl. Sie muss verständlich sein und einen Mehrwert schaffen. Der Zuschauer muss sich wiederfinden“, so die Künstlerin. Genau dies geschieht in Nilah. Die Besucher erleben eine Lebensgeschichte und erkennen Erlebtes. Wer eine Liebesgeschichte à la Hollywood erwartet, wird überrascht: Der Weg der Edel-Prostituierten ist eine ernsthafte Produktion mit Witz und Wortspielen.

Nilah: Freitag, 16. und Sonnabend, 17. Mai, 20 Uhr, Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Straße 23. Eintritt 20 Euro, Reservierung unter Tel.: 0180 - 50 40 300 oder unter hamburgersprechwerk.de
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