Lachen oder Weinen

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Wird Kenny (Jan Holtappels) Josie (Sandra Kiefer) doch noch überzeugen können, ihn zu heiraten? Foto: Anders Balari

Tragikomödie „Der letzte Sommer“ im kleinen hoftheater

Horn. „Keiner wünscht sich, dass ein anderer aufhört, ihn zu lieben“. Als Josie ihre Verlobung mit Kenny löst, hofft sie insgeheim, er würde sie immer lieben, so wie ihr Vater Burt ihre Mutter Annie. Doch die hat sie beide verlassen und lebt mit ihrem neuen Ehemann in New York. Als Annie zu Besuch kommt, spürt sie die Sehnsucht Burts und den Zorn Josies. Der todkranke Geschäftsmann hat nur einen Wunsch, die Versöhnung von Mutter und Tochter. Doch „der letzte Sommer“ auf dem Hineschen Anwesen verläuft alles andere als harmonisch, denn zu dem Familiendrama gesellen sich zahlreiche ungebetene Überraschungsgäste, die ihre eigenen Herzensangelegenheiten mitbringen. So tauchen etwa Josies alte Sommerliebe Ray, ihr Verehrer Vinnie und Haushälterin Filomenas längst verschollener Ehemann Luciano auf. Nicht nur die Gemüter sind erhitzt, die Emotionen kochen - welche Flamme auf ewig brennt und welche schnell erlischt, kann nur dieses eine Wochenende zeigen, an dem jeder versucht, sein Leben in Ordnung zu bringen ...
Neil Simons Tragikomödie mit viel Humor und Herz in deutscher Erstaufführung unter der Regie von Lars Ceglecki. Lachkrämpfe und Tränenausbrüche halten sich in eindrucksvollen, emotionalen Dialogen die perfekte Balance und nehmen den Zuschauer mit auf eine bewegende und amüsante Reise in das Familienleben der 60er Jahre. Sandra Kiefer blüht in ihrer Rolle der starken, offenen, aber auch verletzlichen Josie auf und meistert ihr Liebes- und Familienwirrwarr mit warmem Herzen. Ines Hubert begeistert als mütterliche, weise Filomena - die Erzählerin mit unerschütterlichem Glauben an Gott und das Schicksal, die alle Charaktere zusammenführt, obwohl sie selbst eine große Last auf der Seele trägt. Die Hoffnung stirbt zuletzt - auch für Jan Holt-
appels, der mit viel Aggression und Zynismus in der Rolle des unglücklich verliebten „Pechvogels“ Kenny für irrwitzige Momente sorgt. Eine ehrliche Erzählung mit überzeugendem Ensemble. (mk)

Freitag, 6. September, 20 Uhr, das kleine hoftheater, Bei der Martinskirche 2. Aufführungen bis 22. September. Eintritt 18 Euro, erm. 16 Euro, Karten unter t 68 15 72 oder auf hoftheater
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