Musik im Horner Nachtcafé

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Christian Lenz, Jens Everling, Nis Nöhring und Arend Schmidt-Landmeier, die engagierten Musiklehrer der Stadtteilschule Horn Foto: Je
 
Das Trio stellt sein „Afropean Project“ vor Foto: wb

Stadtteilschule Horn mit eigener Konzertreihe. Profi-Künstler schätzen Musiksaal

Von Martin Jenssen
Horn
„Die Stimmung ist überwältigend“, so schwärmen bedeutende Musiker und Kabarettisten nach ihren Auftritten in Horn. Der „Musikstadtteil“ ist eine kleines Refugium für Künstler, die den direkten Kontakt zu einem unvoreingenommen Publikum suchen. Und das Schönste: Die Konzerte in Horn kann man zu kleinen Preisen genießen.
„Schuld“ daran ist das „Horner Nachtcafé´“ – aber auch die Tatsache, dass Horn lange Zeit keinen Saal für größere Konzerte hatte. Da entdeckten die Musiker das „Centrum“ für sich – den großartigen Musiksaal der Stadtteilschule Horn in der Snitgerreihe 2. Ein hervorragend ausgestatteter Veranstaltungsraum, in dem Musik besser klingt, als in vielen anderen Hamburger Musiksälen.

Für Musik begeistern


Was natürlich auch zu einem „Musikstadtteil“ gehört, das sind Kinder und Jugendliche. Es sind die wichtigsten Akteure im musikbegeisterten Horn. Geweckt wurde die Faszination für die Musik durch die engagierten Lehrer der Stadtteilschule. Sie waren auch die Initiatoren des „Nachtcafés“, in dem bereits viele namhafte Künstler aufgetreten sind. Wie alles begann: Es ist etwa zehn Jahre her, da besuchte der Jazzgitarrist Christoph Oeding die Musiklehrer der Schule. Er war so begeistert von dem Musiksaal, dass Lehrer und Musiker spontan den Entschluss fassten, diesen Saal künftig für Konzerte zu nutzen und die Veranstaltungen dafür selbst zu organisieren.
Hintergrund der Idee war auch, dass es sich die meisten der musikbegeisterten Jugendlichen aus Horn nicht leisten konnten, teure Konzerte in der City zu besuchen. Dazu kommt, dass sich viele Horner gar nicht trauten, die großen Musiksäle der Stadt zu besuchen. Sie fühlten sich dort unsicher. Durch die Veranstaltungen im „Horner Nachtcafé“ wurden sie langsam und mit viel Freude an musikalische Großereignisse herangeführt.
„Es war Winter und stockdunkel, als die Idee für die Veranstaltungsreihe geboren wurde. Wohl deshalb kam es zu dem Namen Horner Nachtcafé“, erklärt Musiklehrer Arend Schmidt-Landmeier.
Die Stadtteilschule Horn ist die einzige Gesamtschule Hamburgs, die sich eine eigene Konzertreihe mit professionellen Künstlern leistet. Die Veranstaltungen für 250 Zuschauer sind fast immer ausverkauft. Auch die Künstler freuen sich, denn bei den inzwischen musikalisch hervorragend geschulten Horner Zuschauern herrscht immer prächtige Stimmung uns spontane Begeisterung. Bei fast allen Konzerten sind die Schüler der Stadtteilschule als Chor, Musiker oder Bühnentechniker beteiligt.
Bereichert wurde das Angebot im „Horner Nachtcafé“ durch Kabarett-Veranstaltungen, die seit dem Jahre 2008 vom Horner Stadtteilverein unter der Leitung von Uschi Roth organisiert werden. Aufgetreten im „Horner Nachtcafé“ sind Stefan Gwildes, Christian von Richthofen, Soulpistol, Axel Pätz, Herrchens Frauchen und viele andere bedeutende Künstler.
Die meisten Zuschauer kommen aus dem Bereich der Schule, wo rund 70 Prozent der Schüler „Musik“ zu einem ihrer Wahlfächer erklären. Eine Menge kleiner Jugendbands aus Horn haben ihre Wurzeln in der Stadtteilschule. „Wir müssen im Musikbereich nichts abschließen“, sagt Schmidt-Landmeier. „Geklaut oder zerstört wird nichts, dafür ist die Ehrfurcht vor der Musik, vor der Gemeinschaft und den Instrumenten zu groß.“ (je)

iDas nächste Konzert im „Horner Nachtcafé“ findet am Mittwoch,
20. Mai, statt. Drei Ausnahmemusiker (Gert Kilian, Vitek Kristan und Janosch Pangritz-Kilian) stellen den Horner Bürgern ihr „afropean project“ vor. Sie spielen Pop und Jazz auf afrikanischen Instrumenten. Beginn 18 Uhr im Konzertsaal der Stadtteilschule Horn, Snitgerreihe 2, (Einlass ab 17.30 Uhr). Eintritt:
2,50 Euro an der Abendkasse
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