Willkommen - Ein deutscher Abend

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Susanne Jansen, Victoria Fleer, Anne Weber (v.l.) nach der Premiere von "WILLKOMMEN - Ein Deutscher Abend" Foto: Martin Brinckmann

Premiere im St. Pauli Theater

Von Christian Hanke

Hamburg So könnte es sich tausendfach abgespielt haben seit einem Jahr in Deutschland: die Honoratioren einer kleinen Gemeinde irgendwo in diesem Land begrüßen mit gut gemeinten Ratschlägen und Blasmusik, nicht ohne Humor Flüchtlinge. Verzeihung Geflüchtete, wie Studentin Sandra in Franz Wittenbrinks („Sekretärinnen“) neuester Revue „Willkommen“ Moderatorin Charlotte Möller verbessert, und damit gleich die erste Dissonanz setzt. Das „Private Flüchtlings Organisations Komitee“ ist angetreten, um die Neuankömmlinge aus verschiedenen Ländern und Kulturen zu begrüßen. So beginnt „Willkommen - Ein deutscher Abend“, der gerade im St. Pauli Theater Premiere hatte.

Was folgt, ist eine Aneinanderreihung von Klischees. Natürlich wollen die deutschen Gastgeber alles richtig machen, verhalten sich dabei aber linkisch, ungeschickt und schießen übers Ziel hinaus. Sie sprechen zu schnell, muten den Neuankömmlingen zu viele Fachausdrücke zu und wollen deutsche Leitkultur mit fragwürdigen Quizfragen, Volksmusik, einer Wagner-Oper und plattem Humor vermitteln. Der Ernst der Lage wird in Gestalt eines Deutschtürken zwischen den Kulturen, eines Schlepperbosses mit Leibwächter oder einer von Macho-Geflüchteten enttäuschten Polizistin ins Spiel gebracht. Der langsame Zusammenbruch des hoffnungsfrohen Empfangskomitees, man ahnte ihn gleich, insbesondere der Alkohol bedingte Absturz der Moderatorin berühren nur teilweise. Für die sehr guten Schauspieler, vor allem Anne Weber, Stephan Schad und Victoria Fleer, gab es nach der Premiere minutenlangen Applaus. Bleibt zu hoffen, dass den wirklichen Empfangskomitees ein größerer Erfolg beschieden war und noch beschieden sein wird.


"Willkommen – Ein deutscher Abend" bis 27.10., jew. 19.30 Uhr, Sonntag, 18 Uhr, St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29/30

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