40 Stunden Wichernkirche

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„Kircheneintrittsstelle“ – steht am Eingang der Wichernkirche im Wichernsweg 16. Links Pastor Claus-Michael Friemuth, daneben Uta Uderstadt und zwei der ehrenamtlichen Helferinnen Rayisa Bulshowa und Gaby Zastrow- Foto: zz

Viele freiwillige Helfer machen es möglich

Hamm. Als die heute 63-jährige ukrainische Akademikerin Raysia Bulashowa ihre Heimat verlassen musste und nach Hamburg kam, konnte sie nur ganz wenig Deutsch, hatte keine Freunde und auch keine Arbeit. Dafür aber viel Zeit. Und die wollte sie nicht einfach so verplempern. So meldete sie sich in der evangelischen Wichernkirche im Wichernsweg 16 und fragte bescheiden an, ob es hier für sie eine sinnvolle Beschäftigung gäbe. Das war vor sieben Jahren. Seit dem gehört sie mit zu den über 150 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in der Gemeinde in den verschiedensten Bereichen aktiv sind und ohne deren Hilfe die Arbeit mit und für die etwa 2200 Gemeindemitglieder gar nicht möglich wäre. So arbeitet Rayisa Bulashowa mehrmals in der Woche mit Herz und Seele in der Kleidertruhe und sie spricht inzwischen auch sehr gut deutsch. Die Arbeit macht ihr und allen, die mit ihr arbeiten, viel Spaß und das merken die Besucherinnen und Besucher sofort. „Sie ist ein tolles Beispiel für eine gelungene Integration, die vielleicht ohne unsere Gemeinde gar nicht möglich wäre“. Das sagt Uta Uderstadt. Die studierte Sozialpädagogin ist hier hauptamtlich für die Gemeindeorganisation verantwortlich, oder, um es etwas salopper auszudrücken, sie ist „Mädchen für alles“. Sie kennt hier alles und jeden, und alle kennen und mögen sie. Die 53-jährige Mutter von zwei Kindern lernte bei ihrem Studium im Rauhen Haus ihren Mann Werner kennen, der in der Wichernkirche lange Zeit für die Jugendarbeit verantwortlich und viele Jahre als Kirchenvorsteher ehrenamtlich tätig war. „Ich habe hier 1981 zunächst als Ehrenamtliche im Jugendbereich angefangen und dann entwickelte es sich so Schritt um Schritt weiter und nun bin ich in der Gemeinde fest angestellt und fühle mich sehr wohl“, verrät sie dem WochenBlatt.
Pastor Claus –Michael Friemuth kam im November 2010 zur Wichernkirche. Zuvor war er unter anderem in Wentorf tätig. Der gebürtige Hamburger ist verheiratet und Vater von vier inzwischen erwachsenen Kindern. Ihm wurde das Pastorenamt quasi in die Wiege gelegt. Denn sein Großvater war schon Pastor. Daher hatte er schon als Kind und Jugendlicher enge Kontakte zur evangelischen Kirche und zur Gemeinde. Wer mit ihm spricht spürt sofort den Geist des Namensgebers der Gemeinde, Johann Hinrich Wichern.
Wer zur Wichernkirche kommt, der wird nur selten vor einer verschlossenen Tür stehen. „Unsere Tür ist 40 Stunden pro Woche geöffnet. Wir können dank der Unterstützung unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer die unterschiedlichsten Aktivitäten anbieten“, sagt Claus-Michael Friemuth. Dazu zählt neben der Kleiderkammer der Chor „Dankeskantorei“, die Zeltlagerarbeit, die Gottesdienstarbeit, Basare, der Förderkreis und vieles mehr.
Die Wicherngemeinde, zu der auch die Kita „Villa Sonnenschein“ mit 72 Kindern gehört, ist froh, dass sie eigenständig ist und nicht mit anderen Gemeinden fusionieren muss. „Wir haben zum Glück kaum Kirchenaustritte, dafür treten aber immer häufiger Christen bei uns ein, so dass wir unsere Zahl von 2.200 Gemeindemitgliedern erhalten konnten“, freut sich Pastor Friemuth.

http://www.wichernkirche-hamburg
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