Abriss noch in dieser Woche

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Ein Teil des Gebäudekomplexes am Elisabethgehölz könnte schon in dieser Woche abgerissen werden. Von den ehemals 122 Wohnungen sind nur noch vier bewohnt Foto: mdt

Wände werden seit Montag zersägt. Verkauf von „Elisa“ wird nicht mehr verhandelt

Von Marco Dittmer
Hamm
Der Streit um die Wohnanlage „Elisa“ ist offenbar zu Ende. Schon in dieser Woche sollen die Abrissarbeiten an einem Teil des u-förmigen Gebäudes beginnen. In einer Pressemitteilung gab die Wohnungsgenossenschaft VHW bekannt, mit den verbliebenen vier Bewohnern eine Vereinbarung getroffen zu haben. Zwei von ihnen seien bereits ausgezogen, für die beiden anderen werden Ersatzwohnungen gesucht, sie sollen während der Bauarbeiten in ein nahegelegenes Hotel umziehen.
Die Mieterinitiative „Rettet-Elisa!“ hoffte bis zuletzt, einen Abriss verhindern zu können. Erst in der vergangenen Woche meldete sich über den Hamburger Anwalt, Detlev Broszehl, ein Interessent für die Wohnanlage am Elisabethgehölz. Wer der Investor ist, war bis Redaktionsschluss unbekannt.
Broszehl beschrieb den möglichen Käufer als „prominenten Mandanten“. Er soll aus den Medien von dem Streit um den historischen Schumacher-Bau gehört haben und in der vergangenen Woche Kontakt mit der Initiative aufgenommen haben. Laut Broszehl konnte mit der VHW aber keine Einigung erzielt werden. Anwälte der Wohnungsgenossenschaft machten in Verhandlungen deutlich, dass ein Verkauf nicht mehr in Frage komme.

VHW beginnt mit Abriss


Die VHW bereitet seit Wochen den Abriss der Wohnanlage vor, entfernt Schadstoffe aus den leerstehenden Wohnungen, die bei einem Abriss freigesetzt werden könnten. Am Montag wurden laut Anwohnern Wände zersägt, um den unbewohnten Gebäudeteil am Chapeaurougeweg abzutrennen. Dieser Teil könnte als erster Abschnitt noch in dieser Woche abgerissen werden. Wie es dann weiter geht, ist noch unklar. „Erst wenn der letzte Bewohner ausgezogen ist, werden wir die Rückbauarbeiten fortführen“, sagt Annika Patzelt, Sprecherin der VHW. Die Hamburger Genossenschaft plant auf dem Gelände 100 geförderte Wohnungen. 50 ehemalige Bewohner der Anlage warten mit einer Rückkehr-Garantie auf den Neubau. Unter ihnen macht sich bereits Unmut über die Verzögerungen breit. In einem Leserbrief an das Hamburger Wochenblatt kritisieren sie das Verhalten der Mieterinitiative. Der Neubau könne nicht mehr verhindert werden. Die Initiative ignoriere zudem die Entscheidung eines Großteils der Mieter, die bereits ausgezogen sind.Auch der Versuch einiger Mieter der VHW die Gebäude über eine eigens dafür gegründete Genossenschaft, Elisa e.G., abzukaufen scheiterte im November vergangenen Jahres. Die VHW lehnte das Kaufangebot von rund zwei Millionen Euro ab.
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