Abriss oder Neubau?

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Um diesen schönen Gebäudekomplex geht es: 122 Mietwohnungen im Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und dem Chapeaurougeweg 16-20 sind von den vier Varianten betroffen. Foto: Röhe

Mieterinitiative „Rettet Elisa“ sucht nach Alternativen

Von Matthias Röhe
Hamm. Es herrscht Ungewissheit bei den 60 Mietparteien des Gebäudekomplexes im Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und dem Chapeaurougeweg 16-20. Werden ihre Wohnungen komplett abgerissen? Oder teilweise modernisiert?
62 Mieter sind bereits ausgezogen – aus welchem Grund auch immer. Für die übrigen 60 heißt es bangen. Mit ihrer Mieterinitiative „Rettet Elisa“ wollen sie um jeden Preis den Erhalt ihrer Wohnungen durchsetzen.
Der Vermieter, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw), konnte auch bei einem kürzlich stattfindenden Gespräch keine konkreten Angaben machen.
„Unsere Überlegungen, die 122 Wohnungen durch einen öffentlich geförderten Neubau zu ersetzen, haben zu kräftigen Diskussionen bei den Mitgliedern geführt“, sagte Marco Hahn, Vorstand vhw. Die Mieterinitiative „Elisa“ kämpft für den Erhalt der Wohnungen. „Im Januar wurde ein bisher beispielloser Runder Tisch einberufen, an dem Vertreter der Kommunalpolitik, der Mieterinitiative „Rettet-Elisa“, des Mietervereins zu Hamburg und dem vhw-Vorstand teilnehmen“, ergänzte Vorstandssprecher Hahn. Die Teilnehmer haben die Erstellung eines Gutachtens beschlossen, das mehrere Lösungsvarianten für das Backsteinensemble berechnen soll. Vier Lösungsvorschläge sind dabei herausgekommen, die die vhw nun vorstellte.
Variante eins wäre eine Instandsetzung der Gebäude inklusive Dämmung der Kellerdecke, des Dachs und den Einbau einer konventionellen zentralen Heizung mit Warmwasserversorgung.

10 Millionen Euro
Renovierungskosten
Unter Berücksichtung mehrerer Alternativen würden sich die Kosten auf etwa 10,2 Millionen Euro belaufen. Das entspricht etwa 84 000 Euro je Wohnung. Zuschüsse durch die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt würden nicht fließen können.
Variante zwei ergänzt die Variante zwei um eine Dämmung der hofseitigen Außenwände, den Austausch sämtlicher Fenster, den Einbau von Abluftanlagen sowie die Nutzung regenerativer Energien. Die Kostennote wäre bei dieser Variante unter Berücksichtigung günstigster Maßnahmen bei 11,7 Millionen Euro (ca. 96.000 Euro pro Wohnung) anzusiedeln. Ein Zuschuss wäre denkbar.
Variante drei sieht zusätzlich zur Variante zwei einen Teilabriss der Häuser Chapeaurougeweg 18-20 und Curtiusweg 3-5 (44 Wohnungen) vor. Dort würde ein Neubau 40 Wohnungen und eine neue Tiefgarage entstehen lassen. Die Kosten betragen etwa 13,8 Millionen Euro (umgerechnet 117.000 Euro je Wohnung).
Bei keiner der drei Sanierungsvarianten dürften laut Gutachten von Thomas Dittert aus sicherheitstechnischen Gründen bezüglich der Statik Grundrissänderungen vorgenommen werden.

Asbest in
Gebäudesubstanz
„Wir haben Belastungen der Gebäudesubstanz mit Asbest, KMF (künstliche Mineralfasern), PCB (Biphenyle) und PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) festgestellt.
Das alles stellt zwar für die Bewohner jetzt keinerlei Gesundheitsgefahr dar, aber im Falle einer Sanierung wäre eine Räumung für die Dauer der Bauarbeiten erforderlich“, sagte Architekt Thomas Dittert.
Die vierte Variante wäre ein kompletter Ersatzneubau mit etwa 120 Wohnungen und einer Tiefgarage. „Die Kosten wären in etwa die gleichen wie in Variante drei. Wir haben Erfahrungswerte aus jüngsten Projekten und anderen Neubauten“, sagte Marco Hahn. Zudem könnten diverse Förderprogramme in Anspruch genommen werden.
Alle Varianten werden nun nach ihrer Wirtschaftlichkeit untersucht. Ergebnisse sollen im November am Runden Tisch präsentiert werden. (mr)
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1 Kommentar
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Lars Langner aus Hamm | 19.09.2012 | 15:54  
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