Achtung, Kunstüberall!

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Verantwortlich für den „Kunstüberfall“: Madoka Sugai (18) aus Japan (links) und Maurus Gauthier (20) aus der Schweiz. Die Tänzer animieren die Schüler zum Mittanzen. Foto: Röhe

Compagnie des Bundesjugendballetts animiert Schüler

Hamm. Es klopft an der Tür, der Unterricht wird unterbrochen. Zwei Tänzer des Bundesjugendballetts betreten das Klassenzimmer und beginnen mittels verschiedener Arm, Hand- und Fußbewegungen die Schüler zum Mitmachen zu animieren. Der Plan geht auf: Die Jungen und Mädchen springen auf und machen die Tanzbewegungen der Profis nach.
Dieser Tanzüberfall ist dem Bundesjugendballett der Ballettschule von John Neumeier zuzuschreiben. Seit der Spielzeit 2011/12 gibt es in Deutschland erstmals ein Bundesjugendballett. Die Idee dazu hatte Ballettdirektor und Chefchoreograf des Hamburg Balletts John Neumeier. Es besteht aus vier Frauen und vier Männern.
Die junge Compagnie verfolgt zwei Hauptziele: Sie fördert junge Tanztalente mit abgeschlossener Berufsausbildung und bringt den Tanz auch an Orte und zu Menschen, die mit Ballett selten in Berührung kommen.
Darum auch unterschiedliche Aktionen wie der „Kunstüberfall“ in der Schule, dem Auftritt auf der Kuppel des Reichstages oder beispielsweise einer Tanzeinlage auf dem Hamburger Rathausmarkt. Geplant sind zudem Auftritte in Altenheimen und sogar Gefängnissen.
Für Neumeier ging mit Deutschlands erstem Bundesjugendballett ein langersehnter Traum in Erfüllung. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt, das zunächst für vier Jahre angesetzt ist, mit etwa
2,8 Millionen Euro. Für ihre „Kunstüberfälle“ muss das Ensemble des Bundesjugendballetts fit sein. „Sechs Tage in der Woche trainieren wir. Wir machen ein ausgiebiges Aufwärmtraining mit Liegestützen und Dehnübungen“, sagt Maurus Gauthier.
Der 20-jährige Tänzer ist seit vier Jahren in der Ballettschule Hamburg, seit einem Jahr im Bundesjugendballett.
Ein prägendes Erlebnis brachte ihn zum Tanz: als Schüler sah er bei einer Aufführung ein Solo tanzen und war beeindruckt. Seitdem gehört er zu Deutschlands besten Ballett-Tänzern. Die acht jungen Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren haben ihre Heimat im Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier in Hamm.

Tanz-Projekt ist auf zwei Jahre angelegt

Das Bundesjugendballett will „in Bewegung“ sein und können insgesamt zwei Jahre gemeinsam arbeiten. „Es macht mir sehr viel Spaß. Ich liebe es, verschiedene Performances einzustudieren“, sagt Madoka Sugai.
Der 18-jährigen Japanerin stand als Gewinnerin des renommierten Tanzpreises „Prix de Lausanne 2012“ die Tür in die Ballettwelt offen.
Nun tanzt sie mit einem Stipendium beim Bundesjugendballett. Für ihre Leistungen im zeitgenössischen Fach erhielt sie zudem eine zusätzliche Auszeichnung. Im Mai gewann sie den „Grand prix“ beim internationalen Wettbewerb „Chausson d‘Or“. (mr)

Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier, Caspar-Voght-Straße 54, 20535 Hamburg-Hamm, Tel.: 040 / 21 11 88 23. Weitere Informationen zum Deutschen Jugendballett finden Sie im Internet unter www.bundesjugendballett.de.
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