Ärzte-Netz gegründet

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Gastgeberin Bettina Rosenbusch mit Irena Lorenz und Alexander Fischer von der OptiMedis AG, einer Gesell- schaft, die regionale Gesundheitsnetzwerke entwickelt Foto: Je

Mediziner in Billstedt und Horn tauschen sich aus. Konzept mit Vorbildfunktion

Von Martin Jenssen
Billstedt/Horn
Auch wenn sie noch nicht Schlange stehen, die jungen Ärzte, die nach Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg ziehen wollen, um den Missstand im Gesundheitswesen des Hamburger Ostens zu verbessern – es tut sich dennoch etwas. Das wurde während des dritten Gesundheitsgesprächs zwischen Medizinern und Vertretern von sozialen Einrichtungen im Awo-Seniorentreff Billstedt deutlich. Eingeladen zu diesem Fachgespräch hatte das Bildungsforum „Billenetz“. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Bettina Rosenbusch. Vor allem an der Vernetzung aller im Gesundheitswesen beteiligten Organisationen wird im Bereich Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg mit großen Fortschritten gearbeitet, denn nur so kann eine verbesserte Aufklärung erzielt werden.

Mehr Ärzte gesucht


Erster Schritt: In den vergangenen Tagen hat sich das „Ärztenetz Billstedt/Horn“ gegründet. Es soll dazu führen, dass die relativ wenigen Ärzte für das große Wohngebiet im Hamburger Osten Erfahrungen austauschen und nach Lösungen zur Verbesserung der Situation suchen. Es sind sieben Ärzte, die sich zusammengeschlossen haben. Weitere Mediziner sollen folgen. Außerdem wurde in dem Fachgespräch angeregt, eine zentrale Stelle zur Gesundheitsoptimierung zu gründen: die „Gesundheit für Billstedt-Horn GmbH“. Diese soll eine Zusammenarbeit zwischen Ärztenetz, Stadtteilklinik Mümmelmannsberg und Gesundheitsmanagern anstreben und als lokaler Mittelpunkt für die gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung fungieren. Um die Einrichtungen für die Verbesserung der medizinischen Vorsorge bezahlen zu können, sollen möglichst Finanzmittel aus Berlin nach Billstedt und Horn fließen. Mit einem von der OptiMedis AG ausgearbeiteten Konzept soll Geld aus einem neu aufgelegten Innovationsfond beantragt werden. Der Fond stellt in den kommenden drei Jahren bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in sozial schwachen Gebieten und für medizinische Forschung bereit.
Alexander Fischer, OptiMedis AG: „Der Antrag für Billstedt/Horn hat keine schlechten Chancen. Er wird auch von unserer Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks unterstützt.“ Der Antrag muss bis Februar eingereicht sein. Im Sommer könnte, wenn alles gut geht, die Förderung fließen. Auch immer mehr Krankenkassen sind daran interessiert, die medizinische Versorgung und Aufklärung in Billstedt/Horn zu verbessern. In den sozial schwachen Stadtteilen erkranken die Menschen laut Statistik bis zu zehn Jahre früher als in den besser gestellten Regionen. Wenn hier eine Verbesserung erzielt wird, können die Kassen enorme Kosten einsparen. Ein Teil des gesparten Geldes sollte dann wieder in die Optimierung der Gesundheitsvorsorge fließen.

Gesundheitskiosk


Eine weitere Anregung der der OptiMedis AG: die Einrichtung eines Gesundheits-kiosks. Ein möglicher Standort wäre das Billstedt-Center. Die Idee für den Gesundheitskiosk stammt aus Finnland. Die Menschen können sich dort etwa über medizinische Fragen und Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen.
Das bisher erarbeitete Konzept für eine gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung in Billstedt und Horn, so erhoffen es sich die Teilnehmer an den Fachgesprächen, könnte nicht nur in Hamburg sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft entfalten und beispielgebend für Deutschland werden.
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