„Allah“ statt Halbmond

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Ein Bagger hat Teile des Eingangsbereiches abgerissen. Der ehemalige Durchgang wurde nunmehr provisorisch mit Holzplatten abgedichtet Foto: Röhe

Umbau an ehemaliger Kapernaumkirche geht weiter. Kirchenkreuz wird durch Schriftzug ersetzt

Von Matthias Röhe
Horn
Auf dem Gelände der ehemaligen Kapernaumkirche sind vergangene Woche zwei Bagger angerollt. Teile des Eingangsbereichs und eines Verbindungstraktes zwischen Kirchenschiff und -turm wurden abgerissen. Damit geht der Umbau zu einer Moschee in eine weitere Phase, nachdem die ursprüngliche Eröffnung vor fast eineinhalb Jahren nicht zustande kam (wir berichteten). Die islamische Al-Nour-Gemeinde als neuer Eigentümer begründete die Verschiebung mit zahlreichen Mängeln, die bei ersten Bauarbeiten in der ehemaligen Kirche sichtbar wurden. Der Fußboden musste beispielweise bis in eine Tiefe von zwei Metern ausgetauscht, sowie alte Mauern aufwendig saniert werden. Dadurch haben sich nicht nur die Bauzeit verlängert, sondern die Baukosten sind in Höhe geschnellt. Ursprünglich rechnete Daniel Abdin, Vorsteher der Al-Nour-Gemeinde, mit Kosten von etwa einer Million Euro. Jetzt werden es mindestens zwei Millionen Euro, die die Gemeinde ausschließlich durch Spenden aufbringen möchte.

Besuch aus Berlin


Die Kuwaitische Botschaft in Berlin unterstützt die Umbaumaßnahmen der neuen Moschee. Im Dezember vergangenen Jahres kamen der kuwaitische Botschafter Mother Bader Sulaiman Al-Eissa, sowie der zweite Sekretär Meshari Saleh Al-Muzaini persönlich nach Horn, um das Bauvorhaben Vorort zu besichtigen. Nach Angaben der Al-Nour-Gemeinde zeigten sich beide beeindruckt von den Räumlichkeiten und wünschte der Gemeinde viel Erfolg bei der Umsetzung des neuen Zentrums für die Muslime hier in Hamburg. Der Hamburger Imam Samir El-Rajab und die Al-Nour Vorstandsmitglieder bedankten sich bei der Kuwaitischen Botschaft, dass sie weltweit Vorreiter sind, wenn es darum geht humane oder soziale Projekte sowie die Belange der muslimischen Communities zu unterstützen.
In den kommenden Wochen soll eine Gebetskanzel für den Imam gebaut werden. Die Bauarbeiten dafür haben begonnen. Zwischen dem alten Kirchenturm, auf dem das noch vorhandene Kreuz nicht mehr durch einen Halbmond, sondern durch das Wort „Allah“ ersetzt wird, und dem Kirchenschiff entsteht ein neues Gebäude mit modernen Waschräumen. Wann genau mit einer Öffnung der Moschee zu rechnen ist, ist unklar. Es werde weiter Spenden gesammelt und parallel gebaut, heißt es seitens der Al-Nour-Gemeinde.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 30.01.2015 | 14:29  
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