Alles neu für die U4

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Mitte dieses Jahrhunderts wird die stadteinwärts fahrende U4 von der Horner Geest kommen Foto: Timm

Bahnhof Horner Rennbahn soll komplett umgebaut werden

Von Frank Berno Timm
Horn Mitte der 20er-Jahre dieses Jahrhunderts soll die U4 erstmals ihre neue Endstation auf der Horner Geest ansteuern. Hochbahn-Vertreter haben jetzt im Regionalauschuss den Stand der Planungen vorgestellt.

Für die neue Strecke muss die Hochbahn am Bahnhof Horner Rennbahn eine so genannte Ausfädelung bauen, damit die Züge kreuzungsfrei abbiegen und zu ihren beiden neuen Stationen fahren können. Ziel ist es, 30.000 Menschen eine bessere Anbindung ans Schnellbahnnetz zu ermöglichen (das Hamburger Wochenblatt berichtete). Infrastrukturchef Michael Heidrich und Planer Martin Appelles von der Hamburger Hochbahn stellten die derzeitigen Planungen nun vor. Zunächst sei analysiert worden, welche Wohngebiete hamburgweit noch keine ausreichende Schnellbahnversorgung hatten, erläuterte Heidrich. Neben der Route der Metrobuslinie 5 – dort wird die U5 entstehen – ist man laut Heidrich auch auf die Horner Geest gestoßen. Derzeit läuft die Machbarkeitsuntersuchung, weitere Schritte sind die Vorentwurfs-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung, das Planfeststellungsverfahren, Ausschreibung und Vergabe der Bauarbeiten, die als letztes folgen. Am 14. Juli will die Hochbahn erstmals mit Bürgern ins Gespräch kommen.

Offene Bauweise
Planer Martin Appelles erläuterte, dass die offene Bauweise für die neue 2,4 Kilometer lange Strecke die kostengünstigste sein wird. Das Verfahren sei bewährt, es werde zu Beeinträchtigungen der Anwohner kommen, auch ein Großteil der Bäume müsse weichen. Mitte 2018 sollen die Planunterlagen fertig sein, zwei Jahre später der Bau beginnen, nach weiteren fünf Jahren können die ersten Züge rollen. Für die stadtauswärts fahrenden Züge ist ein neuer Bahnsteig südlich des bestehenden geplant, der jetzige wird den stadteinwärts verkehrenden U-Bahnen vorbehalten bleiben. Man habe auch eine nördliche Variante diskutiert: „Dafür hätte die Horner Freiheit wieder abgerissen werden müssen“, so Appelles. Mit der jetzigen Planvariante müssen Teile des Parkhauses, ein Telekomgebäude und ein Imbiss weichen.

Ein Schildvortrieb – also die unterirdische Bauweise – würde mehr Probleme für die Anwohner bringen, weil er rund um die Uhr laufen würde, so Appelles. Die Haltestellen müssten auf jeden Fall offen errichtet werden. Nach seinen Worten geht es um 240 Bäume an der Manshardtstraße und 100 im Grünzug an der Horner Rennbahn. Auf Nachfragen von Michael Osterburg (Grüne) stellte Michael Heidrich klar, dass noch nicht feststehe, ob die Bäume auf beiden Seiten der Manshardtstraße fallen müssten. Natürlich werde es Ausgleichsmaßnahmen geben. Die Manshardtstraße werde nicht komplett, sondern sicher in einzelnen Abschnitten gesperrt, auch für den Busverkehr würden Lösungen gefunden, möglicherweise fahren die Busse während des U-Bahn-Baus zur U-Bahn-Haltestelle Legienstraße. Harald Singler (Die Linke) warf die Frage auf, wie teuer eine Straßenbahnstrecke statt der U-Bahn gewesen wäre. Michael Heidrich ließ darauf durchblicken, dass die Senatsentscheidung, auf die U-Bahn zu setzen und Stadtbahnen aufzugeben, nicht auf Begeisterung bei der Hochbahn gestoßen sei. Auch bei einer Stadtbahn hätte der Straßenquerschnitt umfassend verändert werden müssen.

Dass, wie ebenfalls gefragt wurde, die U4 eines Tages bis zum Einkaufszentrum Jenfeld verlängert werden könnte, dränge sich auf. Derzeit sei aber der Plan, die dortigen Buslinien an die kommende S4 von/nach Ahrensburg anzubinden und so einen schnelleren Zugang in die Stadt herzustellen.
14. Juli, 18.30 Uhr, Horner Freiheit
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