Als Voscherau den Anpfiff gab

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1990 eröffnete der damalige Bürgermeister Henning Voscherau die Haltestelle Foto: Hochbahn
 
Die Gäste drängten sich bei der Eröffnungsfeier in der neuen Haltestelle Foto: Hochbahn

25 Jahre U-Bahn Mümmelmannsberg: Zwei Billstedter erinnern in einer Fotoausstellung

Billstedt Vor 25 Jahren, am 29.9.1990, wurde die U-Bahn nach Mümmelmannsberg in Betrieb genommen. Wer erinnert sich noch, wie es damals zwischen Merkenstraße und der Wohnanlage Kaltenbergen aussah: Die Möllner Landstraße ohne Kantsteine, aber mit Gräben, die Seitenstreifen mit dunklem Grand belegt und schmal gepflasterterten Gehwegen an den Grundstücken. Ab Merkenstraße fuhr man mit dem Bus oder ging gleich zu Fuß. „Der Abzweig in die Steinfurther Allee war für mich – als Autofahrer in der dunklen Jahreszeit – durch eine beleuchtete Telefonzelle erkenntlich“, sagt Harald Schmidt. „Wo heute das P+R-Haus Steinfurther Allee steht, lagen die Reste eines Bauernhofes.“ Schmidt hat von 1984 bis 1990 den BAu der U-Bahn von der Merkenstraße bis zur Autobahn fotografisch begleitet und daraus mit seinem Freund, Uwe Tietz, eine Ausstellung konzipiert.

In 16 Minuten in der City


Wie wichtig eine gute Schnellbahnanbindung wurde, ergibt sich aus der Billstedter Bevölkerungsentwicklung. Waren es 359 Einwohner im Jahr 1634, wurden 23.000 in 1950 gezählt. Im Einzugsbereich der U-Bahn kamen an Wohnungen hinzu: 1959 in der Möllner Landstraße 1300, 1962-1965 im Sonnenland 1100, 1964 in der Archenholzstraße 1500, 1968-1974 in Kaltenbergen 1065, und ab 1972 in Mümmelmannsberg 7000 – insgesamt waren es (nur durch die Großsiedlungen) ca. 12.000 Wohnungen. 1970 hatte Billstedt seine Einwohnerzahl auf 46.000 verdoppelt und zählt heute rund 68.000. Die U-Bahn fuhr seit 1969 bis Billstedt (Einkaufszentrum) und wurde am 31.Mai 1970 bis zur Merkenstraße verlängert. Eigentlich sollte von hier die Strecke nach Glinde in Schleswig-Holstein zügig weitergebaut werden. Daraus wurde wegen fehlender Einigung aber nichts.
1984 begannen die Arbeiten zur Streckenverlängerung nach Mümmelmannsberg. Am 29. September 1990 wurde die Strecke mit einem großen Volksfest durch den damaligen Bürgermeister Dr. Henning Voscherau und seinem Bausenator Eugen Wagner freigegeben.
„Trotz der Fahrzeit von 16 Minuten von der Steinfurther Allee zum Hauptbahnhof gilt das Gebiet in vielen Köpfen als „City Fern„. Dieses haben meine Frau und ich in Gesprächen mit Bewohnern anderer Stadtteile öfter gehört“, sagt Harald Schmidt. Die Fotoausstellung „Wie die U-Bahn nach Kaltenbergen kam“wird am kommenden Sonntag, 4. Oktober, von 15 bis 18 Uhr im Waschhaus der HANSA Baugenossenschaft eG, Kaltenbergen 22a gezeigt.

Die Ausstellungsmacher


Harald Schmidt und Uwe Tietze sorgen seit 2011 für den „Wandschmuck“ des Waschhauses, indem sie dort wechselnde Fotoausstellungen mit verschiedenen Themen organisieren. Dieses ist bereits die sechste. Beide sind keine „gelernten“ Fotografen, sondern sehen sich als Beobachter der Geschehnisse um sie herum. Der Autor Harald Schmidt wohnt seit 1972 im Rantumer Weg, Uwe Tietze seit 1968 in Kaltenbergen.

Info:
Heute nutzen, laut Hochbahn, täglich rund 22.000 Fahrgäste die Haltestelle Mümmelmannsberg und rudn 16.000 Haushalte die Haltestelle Steinfurther Allee. 25 Jahre nach der Anbindung der Großwohnsiedlung Mümmelmannsberg ist die Anbindung bevölkerungsreicher Stadtteile in Hamburg aktueller denn je: Mit dem Bau der U5 sollen innerhalb der nächsten 15-20 Jahre die Stadtteile Bramfeld und Steilshoop im Osten und Lokstedt, Lurup und Osdorfer Born im Westen an die Innenstadt angebunden werden. Gleichzeitig läuft eine Machbarkeitsstudie zur Ausfädelung der U4 in Richtung Horner Geest und der dort liegenden Wohnungsgebiete.
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