An der Hammer Straße „schweben“ die Züge

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Die Züge fahren über die Baustelle hinüber Foto: Jenssen
 
Das künftige Trogbauwerk Visualisierung: LSBG

Bauarbeiten für das Trogbauwerk im Zeitplan. Herbst 2018 soll der Autoverkehr wieder reibungslos fließen

Wandsbek/Hamm Es ist ein gigantischer Trog, der da zwischen Hamm und Wandsbek entsteht. Seit Juni 2015 schuften jeden Tag 30 bis 40 Arbeiter an dem aufregenden Bauwerk, das dafür sorgen soll, dass sich Auto- und Zugverkehr auf der Hammer Straße künftig nicht mehr in die Quere kommen. Eine Erleichterung, denn an den Bahnübergängen in der Straße schließen sich täglich bis zu 190 mal am Tag die Schranken. Fleißig und präzise, wie in einem Ameisenbau, läuft die Arbeit in der Baugrube ab. Bis in 14 Meter Tiefe wird der Boden ausgehoben. Insgesamt müssen über 70.000 Kubikmeter Boden aus dem Trog abgetragen und abgefahren werden. „Es nennt sich Trogbauwerk, weil wir nur die Sohle und die seitlichen Wände errichten“, sagt Projektleiter Dr. Dierk-Reimer Dreeßen. „Es wird kein geschlossener Tunnel.“ Nur für die Bahnstrecke Hamburg-Lübeck und die Güterbahnstrecke Horn-Wandsbek werden zwei feste Brücken über den Trog gebaut. Eine weitere Querverbindung über das künftige Trogbauwerk wird die sogenannte Wirtschaftswegüberführung im Gleisdreieck sein. Damit die Züge während der Bauzeit weiter rattern können, wurden Gleishilfsbrücken gebaut. Unter den Gleishilfsbrücken konnten die Bagger ungestört mit den Aushubarbeiten beginnen. Da diese Brücken von der Straße aus kaum zu sehen sind, sieht es zur Zeit so aus, als ob die Züge über die Baugrube schweben. Um die Arbeiten nicht durch Grundwassereinbruch zu gefährden, musste für die gesamte 360 Meter lange Baugrube ein trockenes Becken geschaffen werden. Dafür wurden dichte Baugrubenwände bis zu der wasserdichten Bodenschicht in etwa 28 Meter Tiefe eingelassen. Damit die Baugrubenwände nicht eingedrückt werden, müssen sie in bis zu vier Lagen durch rund 1000 Erdanker gesichert werden. Der eigentliche Trog, auf dem die Straße später verläuft, wird nach den Aushubarbeiten in 38 verschiedene Bauabschnitte unterteilt. Besonders schwierig wird es, die Blöcke an den Bahnbrücken herzustellen. Das soll im März und April 2017 erfolgen. Diese Abschnitte (etwa 6500 Tonnen und 2500 Tonnen schwer), werden auf Rollen eingeschoben. Obendrauf sind bereits die Bahngleise für den Zugverkehr montiert. Es wird dadurch möglich, den Zugverkehr sehr schnell wieder aufzunehmen. Die Termine mussten über drei Jahre vorher abgesprochen werden, damit die Bahn Umleitungen vorbereiten kann. Während die Firmen August Prien und Franki Grundbau das Trogbauwerk errichten, ist Dr. Dreeßen vom Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer dafür zuständig, dass der Kostenplan von rund 35 Millionen Euro und die Termine eingehalten werden. „Bis jetzt liegen wir voll im Plan“, sagt der Projektleiter. Damit die Belästigungen so gering wie es geht bleiben, wird der Lärmpegel möglichst gering gehalten. Um Staub zu vermeiden, wird an heißen Tagen der Baustellenbereich mit Wasser besprüht. Möglichst im Spätherbst 2018 soll der Autoverkehr auf zwei Spuren durch den neuen Trog und die Hammer Straße fließen. Zur Zeit werden Pkw mit einer Breite bis zu 2,1 Metern zwischen Rantzaustraße und Jüthornstraße auf einem engen Fahrstreifen in je eine Richtung an der Baustelle vorbei geleitet. Für Fahrzeuge, die über 2,1 Meter breit sind, ist die Durchfahrt nicht möglich. Fußgänger können die Baustelle sicher passieren. Radfahrer werden aus Sicherheitsgründen über Bärenallee, Claudiusstraße und Jüthornstraße umgeleitet. (je)
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