Angst um Spielhaus in Horn

Anzeige
Gemeinsames Spielen macht das Spielhaus für Eltern attraktiv, die noch keinen Kita-Platz haben Foto: kg

Nach Träger-Wechsel ist Zukunft ungewiss. Mütter setzen auf das Angebot

Horn Es ist nicht das erste Mal, dass die Spielhäuser im Stadtteil Horn in die Diskussion geraten. Immer dann, wenn ein Wechsel in der Trägerschaft ansteht, wie aktuell im Spielhaus Horner Landstraße, wächst auch die Angst im Quartier um den Erhalt der über 60 Jahre alten Spielmöglichkeiten. „Wir setzen uns im Namen der Horner Kinder für die Sanierung und die Fortführung aller vier Spielhäuser ein“, betont Matthias Koberg, der Leiter vom Timo Jugendclub, der weiß, dass gerade in Hamm und Horn die Freizeitgestaltung unter Anleitung besonders wichtig ist. „Hier leben Kinder in Armuts- und Benachteiligungssituationen, die diese Häuser unbedingt brauchen“, so Kobergs Argument für den Erhalt der Einrichtungen. Erst im vergangenen Jahr, hatte die Schließung des Nachmittagsangebotes im Spielhaus Horner Rennbahn im Viertel für Aufregung gesorgt. Jenni Runge (65) war nun 44 Jahre lang die gute Seele des Spielhauses Horner Landstraße und muss sich Ende November schweren Herzens in den Ruhestand verabschieden. „Es ist unglaublich, was Jenni alles für die Kinder hier getan hat“, betont Feride Yaruz, die mit ihren drei Mädchen seit Jahren zum Spielen kommt und es sehr schade findet, dass Jenni geht. „Das Haus wird in Zukunft nicht mehr unter kommunaler Trägerschaft stehen, sondern von dem freien Träger „Max und Moritz“ betrieben werden“, erklärt Jenni Runge die aktuelle Lage im Haus. „Wir hoffen aber, dass dann alles so weiterläuft, wie wir es kennen“, meint Feride, die an diesem Morgen mit Tochter Jana (4) zum gemeinsamen Frühstück gekommen ist. Der Vorteil zu einem Kitaplatz: Bei den Spielhäusern können Eltern ihre Kinder zum gemeinsamen Spielen mit anderen vorbeibringen und wissen sie dabei bestens betreut – ohne Anmeldung und feste Zeiten. „Das Spielhaus ist wie eine zweite Familie“, meinen die Eltern, die an diesem Tag zusammen mit ihren Kindern ins Spielhaus zum Klönen gekommen sind. „Wer möchte, kann auch hierbleiben und mit seinen Kindern zusammen Zeit verbringen“, erläutert Jenni Runge das System der Einrichtung. Ab Dezember wird das Spielhaus Horner Landstraße dann von dem neuen Träger und der Sozialpädagogin Anja Maiford übernommen werden. Matthias Koberg, vom Timo Jungendclub, will die Lage weiter beobachten und sich auch für die Häuser Speckenreye und Horner Geest weiter engagieren. Wenn erst die Rennbahn umgestaltet wird, „dann muss man sehen, was dort aus dem Spielhaus wird“. Der Sozialpädagoge will die Spielhäuser im Stadtteil auf jeden Fall im Blick behalten. „Die Kinder aus Horn brauchen die Spielhäuser einfach.“ (kg)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige