Applaus für Pläne

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Auch die Baugenossenschaft HANSA setzt sich für die Integration der Flüchtlinge ein. Dirk Hinzpeter : „Schon in zwei Jahren, sobald der Bebauungsplan gilt, werden wir die Flüchtlinge, dort wo es passt, in unsere Bestände in anderen Stadtteilen vermitteln und die Belegung am Öjendorfer See neu durchmischen.“ Foto: luc
 
Planentwurf für das Gebiet „Östlich Haferblöcken“ Visualisierung: Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung

Neues Quartier am Öjendorfer See vorgestellt. Flüchtlinge mitten drin

Von Annette Luckey
Billstedt
Hamburgs Vorzeige-Projekt für integrierten Flüchtlingswohnungsbau – das Quartier am Öjendorfer See – nimmt Gestalt an. Bis zu 2.000 geflüchtete Menschen sollen hier in aufgereihten hellen Duplex-Häusern mit 250 Wohnungen im Südosten des Quartiers ein neues Zuhause erhalten. Damit die Integration der Menschen gelingt und Billstedt sich positiv entwickelt, hat der Bezirk Mitte von vornherein ein städtebauliches Gesamtkonzept für ein komplettes Stadtquartier mit insgesamt 550 Wohnungen entwickelt, in das die Flüchtlingswohnungen eingebettet sind. Michael Mathe, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung des Bezirksamt Hamburg Mitte, präsentierte vor rund 250 Billstedtern die Ergebnisse der in einem Werkstattverfahren entwickelten Quartiersplanung des Stadtentwicklungsausschusses und des Beirates Billstedt Horn im Kurt- Körber-Gymnasium. Der Gesamtentwurf erhielt Applaus, denn alle zentralen Forderungen der Billstedter sind aufgenommen worden. Die zum See hin verlaufenden Knicks bleiben (bis auf einen Baum) vollständig erhalten. Möglich wird dies durch eine Erschließung in Form von Stichstraßen anstatt einer durchgehenden Ringstraße. Die Flüchtlingswohnungen, für die als Bauträger die SAGA/GWG, die Hansa-Baugenossenschaft und die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter gewonnen wurden, sind mitten im Quartier angesiedelt, umgeben von freifinanzierten Mietwohnungen und Eigenheimen.

Platz für Sport und Spiel


Die baumbestandene Wanderwegverbindung durch das Quartier zum Öjendorfer Park bleibt erhalten. Nördlich davon wird eine großzügige Spiel- und Sportfläche für alle Altersstufen angelegt und durch ein Spielhaus für Kinder und durch eine Bebauung zur Ansiedlung von sozialen Einrichtungen und kleinteiligem Gewerbe abgeschlossen; als zentraler Ort auch für die Familien im benachbarten Wohnviertel westlich des Haferblöcken. Auch der nördliche Bereich erhält ein großzügiges Entrée das sich zur Nachbarschaft öffnet. Gegenüber an der Buswendekehre ist ein Haus der Begegnung mit einem zentralen öffentlichen Festplatz geplant, das aus Mitteln der integrierten Stadtteilentwicklung kofinanziert werden könnte. Ein Besucher-Parkplatz mit 55 Stellflächen ist geplant. Mathe stellte auch den zügigen Ausbau der Infrastruktur-Angebote vor: So wird – nachdem das Baufeld am Haßloredder wegen „wirtschaftlich nicht darstellbarer Kosten“ aufgegeben worden ist, keine neue Schule errichtet, sondern die vorhandenen angepasst. Die Versorgung mit ausreichenden Kitaplätzen soll zügig gewährleistet werden. Eine Baugenehmigung für die Kita am Rispengrasweg mit 140 Plätzen für Elementar- und Krippenbetreuung ist erteilt, eine weitere Kita im Gebiet am Fuchsbergredder planungsrechtlich ausgewiesen. Auch hier wird bereits ein Träger gesucht.

Unsicherheiten bleiben


In der Aussprache wurden trotz der vorbildlichen Bauplanung viele Sorgen laut. Fragen nach der Sicherheit, nach Angeboten zur sozialen Integration, Ärzteversorgung und langen Realisierungszeiten kamen auf: „1200 Flüchtlinge drei Jahre mitten auf Bauland, bis der reguläre Bebauungsplan steht. Wie soll das gehen?“ „Diese Fragen werden uns natürlich weiter beschäftigen“, versicherte Fachamtsleiter Mathe und kündigte die Einrichtung eines Begleitgremiums für den weiteren Planungsprozess an, das an den Ausschuss für Wohnen und Stadtentwicklung angebunden werden soll.

Einrichtung eines Begleitgremiums:


Das Gremium soll mit drei bis vier Bürgern, die im Auswahlgremium des Werkstattverfahrens mitgewirkt haben, besetzt werden. Ferner mit Vertretern aus dem Beirat Billstedt-Horn, dem Arbeitskreis Dringsheide, der Initiative „Natürlich MITTEndrin“, der Bürgerinitiative „Öjendorfer Park“ sowie Vertretern der politischen Fraktionen. Es tagt mit Unterbrechung in der Sommerpause alle sechs Wochen – bei Bedarf auch öfter. Start ist im April. Ziel ist es, den Planungs- und vor allem den Umsetzungsprozess kritisch zu begleiten, Hinweise und Empfehlungen für Integrationsmaßnahmen zu geben und die Nachbarschaft des geplanten Quartiers über die Sachstände zu informieren. Ferner geht es darum, sich mit bestehenden Gremien in Billstedt-Horn in Verbindung zu setzen, um weitere Ideen zu niedrigschwelligen, nachbarschaftlichen Integrationsangeboten zu entwickeln.
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12 Kommentare
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Peter Petersen aus Horn | 09.03.2016 | 18:09  
803
Erich Heeder aus Billstedt | 09.03.2016 | 18:28  
19
Christiane Störig aus Billstedt | 09.03.2016 | 19:17  
6
Olga Uhlig aus Billstedt | 09.03.2016 | 23:41  
7
Peter Petersen aus Horn | 10.03.2016 | 08:03  
803
Erich Heeder aus Billstedt | 10.03.2016 | 08:18  
6
Brigitte Westermeier aus Billstedt | 10.03.2016 | 12:03  
803
Erich Heeder aus Billstedt | 10.03.2016 | 14:21  
6
Andreas Leu aus Billstedt | 10.03.2016 | 19:34  
803
Erich Heeder aus Billstedt | 10.03.2016 | 22:27  
1.243
Elke Noack aus Rahlstedt | 12.03.2016 | 07:41  
6
Heike Engelmann aus Billstedt | 13.04.2016 | 20:37  
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