Auffällige MuFl werden verlegt

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Die 14 Wohncontainer stehen auf dem früheren Recyclinghof am Bullerdeich Foto: mdt

Am Bullerdeich wird eine Einrichtung mit speziellem Konzept gebaut

Von Marco Dittmer
Hammerbrook
Die Wohncontainer stehen schon, die Freizeitflächen werden gerade hergerichtet – nur der hohe Sicherheitszaun fehlt noch. Die Arbeiten für die geplante Unterkunft von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen (MuFl) am Bullerdeich laufen auf Hochtouren. Ende Februar sollen hier 20 MuFls einziehen.
Die Erstaufnahmestelle auf dem früheren Recyclinghof unterscheidet sich jedoch deutlich von vergleichbaren Flüchtlingsheimen in Hamburg, schon allein die Lage in einem Industrie- und Gewerbegebiet ist ungewöhnlich, in der Luft liegt ein fauliger Geruch.

Sicherheitsmaßnahmen


Auch die Sicherheitsmaßnahmen erinnern eher an ein Gefängnis als an eine Wohnanlage: Mauern umgeben das Gelände, Flutlichtanlagen können den Platz auch in der Nacht taghell erscheinen lassen, ein hoher Zaun wird die 14 Wohncontainer vom restlichen Gelände trennen. Sieht so ein Ort für minderjährige Flüchtlinge aus? Laut Sozialbehörde werden in der Einrichtung „diejenigen Jugendlichen im Alter von 14 und 17 Jahren untergebracht, die durch ihr Verhalten in den anderen Einrichtungen (...) den Betrieb erheblich stören würden.“ Damit ist offenbar eine Gruppe von 20 bis 30 Jugendlichen aus der Unterkunft an der Feuerbergstraße in Alsterdorf gemeint, die in der Vergangenheit mit Überfällen, Gewalt und Einbrüchen auf sich aufmerksam machte. Bei der Polizei werden sie als Intensivtäter geführt, die fast täglich straffällig werden.
Bei diesen Flüchtlingen handelt es sich um Jugendliche, die teilweise seit Jahren auf der Straße leben und keinerlei Erziehung genossen haben. Sie zeigen sich als schwer – oder gar nicht – erreichbar.
„Drogen- und Suchtprobleme kommen erschwerend hinzu“, sagt Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde. Die Sozialbehörde zeigte sich im Umgang mit der Problem-Gruppe in der Vergangenheit nahezu hilflos. Zuletzt wurden Betreuer an der Feuerbergstraße sogar mit Messern angegriffen. Am Bullerdeich will der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), der für die Betreuung zuständig ist, den Jugendlichen klare Grenzen setzen.

Mehr Betreuer


Darunter versteht die Behörde einfachste Regeln für die Bewohner, so zum Beispiel einen Tag- und Nachtrhythmus oder festgelegte Essenszeiten einzuführen. Die Struktur soll durch Belohnungen gefestigt werden. Was das bedeutet, will der LEB nicht konkretisieren. Sanktionsmöglichkeiten sieht das pädagogische Konzept nicht vor, hier gilt das Jugendhilferecht.Der Betreuerschlüssel am Bullerdeich wird nach dem Bezug laut LEB bei eins zu 1,43 liegen. Das ist deutlich besser als in anderen Asylbewerberunterkünften in Hamburg. So kommen bei den erwachsenen Flüchtlingen auf einen Betreuer bis zu 80 Asylanten und auch vergleichbare Unterkünfte wie die neue Jugendunterkunft an der Menckesallee in Eilbek müssen mit halb so vielen Betreuern auskommen. (mdt)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 05.04.2015 | 11:25  
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