Aus für Wehr-Taucher?

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Fünf von insgesamt 114 Feuerwehrleuten, die an der Feuerwache F 25 in Bill- stedt für die Sicherheit der Hamburger sorgen Foto: Röhe

Sparkurs des Senats trifft auch Billstedter Feuerwache

Von Matthias Röhe
Billstedt/Horn. Im Alarmfall wählen Bürger die 112. Jetzt ist es die Feuerwehr selbst, die Alarm schlägt. Denn aufgrund von Sparmaßnahmen des Senats werden etwa 140 Stellen bis Juni 2013 umgeschichtet. Auch in der Feuerwache F 25 in der Wöhlerstraße 28 in Billstedt, die für die Bereiche Horn, Billstedt, Rothenburgsort, Billbrook, Moorfleet, Tatenberg, Spadenland und Ochsenwerder zuständig ist, dreht sich das Personalkarussell. „Bis jetzt sind es nur Pläne, aber es könnte sein, dass wir die Tauchgruppe auflösen“, sagt Henrik Fresse, Sprecher der Feuerwehr Hamburg. „DLRG, Polizei und weitere Rettungsdienste sind mit ihren Tauchergruppen gut aufgestellt. Wenn uns nichts anderes übrig bleibt, könnte die Auflösung unserer Spezialeinsatzgruppe (SEG) umgesetzt werden“, ergänzt der 39-Jährige.
1816 Feuerwehrleute sorgen derzeit für die Sicherheit in der Hansestadt. Ob Brandbekämpfung, Höhen- oder Tierrettung oder beispielsweise Hilfeleistung im Rettungswesen – insgesamt gibt es 2400 Mitarbeiter, die für knapp 1,8 Millionen Menschen im Einsatz sind. „Das ist zu wenig. Jetzt sollen bis Juni 2013 auch noch 140 Stellen umgeschichtet werden“, sagt Daniel Dahlke, Feuerwehrmann und Landesvorsitzender des Berufsverbands der Feuerwehr.
In einem offenen Brief (www.bv-feuerwehr.eu) findet Daniel Dahlke, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Feuerwehr, deutliche Worte an Bürgermeister Scholz und fragt: „Muss es erst Tote geben? Statt die Feuerwehr vernünftig auszustatten, kann seit Januar eine Wache personell nicht mehr besetzt werden. Viele Fahrzeuge können nicht mehr verlässlich besetzt werden, sondern nur noch in Doppelfunktion. Also wenn gerade kein anderer Einsatz stattfindet“, sagt der Landesvorsitzende. In der Feuerwache Billstedt arbeiten derzeit 114 Personen, inklusive Wachführer. „Wir rechnen damit, dass sechs Stellen in dieser Wache umgeschichtet werden.“
Der „wachsenden Stadt“, den zusätzlichen Aufgaben und vor allem den jährlich neuen Rekordeinsatzzahlen sei in den vergangenen Jahren, abgesehen von einnahmefinanzierten Stellen für zusätzliche Aufgaben
im Rettungsdienst und der Leitstelle, nicht mit der erforderlichen Anpassung der Personalstärke begegnet worden. Stattdessen habe die Politik immer wieder die Einsparung von Sachausstattung und Personal bei der Feuerwehr gefordert. „Das Ergebnis ist eine kaputt gesparte Feuerwehr Hamburg. Damit hat sich die Sicherheitslage für alle Bürger dieser Stadt dramatisch verschlechtert“, empört sich Daniel Dahlke.
„Die Kritik teilen wir nicht. Wir haben eine Ausbildungsinitiative gegründet und bilden im Jahr 80 Feuerwehrmänner aus. Natürlich braucht die Feuerwehr mehr Personal. Aber das ist nicht von heute auf morgen machbar“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde.
Auf Grundlage des „Strategiepapiers 2010“ (wurde von der Innenbehörde in Auftrag gegeben, um Probleme und Lösungsvorschläge der Feuerwehr zu finden) fehlen in Hamburg 200 Stellen an den Wachen. Dahlke: „Es werden keine neuen Stellen geschaffen, sondern nur Stellen umgeschichtet. Das kann nicht die Lösung sein.“ (mr)
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