Auslauf als Ärgernis

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Diese Wiese ist weder Menschen noch Tieren zumutbar Foto: Timm

Offene Rechtslage – Bezirksamt fordert mehr Eigenverantwortung

Von Frank Berno Timm

BILLSTEDT. Hunde brauchen Bewegung – mehr als Menschen. Deshalb gibt es, überall in der Stadt Flächen und Wege, wo sie – anders als sonst – ohne Leine unterwegs sein dürfen. Der Zustand der Hundewiese im Kaltenberger Park beschäftigt aber seit Wochen den Regionalausschuss Billstedt.

Steve Archer bringt es auf den Punkt: „Keine Pflege, Wartung, Unterhaltung.“ Sein Hund Buddy läuft über das Gelände im Park von Kaltenbergen. Eine kleine Gruppe steht am Eingang, die Männer sagen, die Hunde verletzten sich hier, weil die Löcher auf dem Gelände nicht zugemacht würden: „Das könnte öfter in Ordnung gebracht werden.“ Es gebe Hundebesitzer, die ihre Tiere für das große Geschäft auf das Gelände schickten – dass es dann liegen bleibt, mag auch damit zusammenhängen, dass keine Kotentsorgebeutel in den entsprechenden Spender nachgefüllt sind. Das kniehoch eingezäunte Gelände macht einen deutlich verwahrlosten und ziemlich ungepflegten Eindruck, am Rand wachsen hohe Brennnesseln. Ein Schild vermeldet, dies sei eine Hundewiese, „Kot ist zu entsorgen“.

Keine offizielle Hundewiese


Der Zustand dieser Hundewiese ist seit Monaten Thema im Regionalausschuss Bill-stedt der Bezirksversammlung Mitte. Dort wird nicht nur die durchlöcherte Wiese, sondern auch die wackelnde Bank auf dem Gelände beklagt. Ausgesprochen unmissverständlich forderte der Ausschuss, die Wiese dauerhaft in Ordnung zu bringen. Die Antwort des Bezirksamts macht deutlich, dass es in Bezug auf das Gelände eine „Rechtslücke“ gibt: Die im Jahr 2010 mit dem Park eingeweihte Fläche sei keine genehmigte „öffentliche Hundewiese“ im Sinne einer „Hundeauslaufzone“.
Dieser Status, so das Bezirksamt weiter, sei im Wohngebiet auch bekannt. Zwischen 2011 und 2013 habe es diverse Projekte gegeben, „die auf den längerfristigen eigenverantwortlichen Umgang mit den Hunden auf der Fläche zielten“, so das Bezirksamt. Das Grünanlagengesetz verbiete, Hunde in Grün- und Parkanlagen frei laufen zu lassen, „deshalb wurde die Auslauffläche eingezäunt“. Man könne von Hundebesitzern erwarten, „dass Grabelöcher ihrer Hunde auch selbsttätig wieder verfüllt werden“. Das Bezirksamt unterhalte die Fläche im Rahmen seiner finanziellen und „vor allem personellen“ Möglichkeiten.
Die Mitglieder des Regionalauschusses reagierten in der letzten Sitzung nicht begeistert. Fachamtsleiter Gerd Baum wehrte sich: Am Ende einer Leine sei immer ein Hundebesitzer, man habe weder Personal noch Möglichkeiten, erst im Frühjahr sei das Gelände hergerichtet worden, „die Mittel reichen hinten und vorne nicht“.
Jan-Philip Borges hat im Regionalausschuss Billstedt aus dem Publikum heraus die Kaltenberger Hundewiese immer wieder angesprochen. Er weist noch auf einen ganz anderen Umstand hin: Der Bezirk Mitte
habe, gemessen an seiner Größe, die kleinste Fläche für Hunde zur Verfügung gestellt. In Billstedt gebe es lediglich zwei offizielle Hundeauslaufflächen (Kaltenbergen nicht mitgerechnet) und vier freigegebene Wege.
Sprecherin Sorina Weiland, die in einer ersten Reaktion zunächst auch an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert hatte, teilte ergänzend mit, dass am 6. Juni eine Inspektion der Hundewiese stattgefunden habe. Regulär würden dort nur die Rasenflächen in der Mitte kürzer gehalten, damit die Hunde etwas zum Stöbern hätten. Diese Flächen würden nun einmalig abgemäht. Auch die wacklige Sitzbank wird mit einer fest verlegten Gehwegplatte ausgestattet, die Grabelöcher daneben mit Oberboden zugemacht und verdichtet, Brennnesseln und Wildkraut jetzt einmal beseitigt und gemäht. (fbt)
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