Ausschuss uneinig bei Golfprojekt

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Stefan Nowatzki (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, neben dem Änderungsplan, dem die SPD ihre Zustimmung verweigerte Foto: güb
 
Die Zuschauersitze waren komplett besetzt, als der Bauausschuss im Bürgerhaus tagte Foto: güb

SPD und CDU mit unterschiedlichen Ansichten. Grüne werden zum Zünglein an der Waage

Von Günther Brockmann
Glinde
Im Glinder Bauausschuss wurden die Tagesordnungspunkte 11 und 12 am vergangenen Donnerstag besonders heiß diskutiert. Es ging um die Änderung des Flächennutzungsplans und die Änderung des Landschaftsplans für den Golfplatz Glinde sowie um die Änderung des Bebauungsplanes 41 „Golf Gut Glinde“. Jens Lessau, Investor und Planer des Projektes Wellness-Resort für den Golfplatz, erlebte bei der Reaktion der Fraktionen auf seine Erweiterungspläne eine bittere Enttäuschung im Bauausschuss.
Die SPD lehnte sie eindeutig ab. „Die Sache geht uns bei weitem zu weit. Die aufgezeigten Dimensionen des Wellness-Resorts zu einem gigantischem Projekt, das den Verkehr, die Natur, die Anwohner und die Umwelt so nachträglich beeinflusst, werden wir nicht akzeptieren“, waren sich Peter-Michael Geierhaas, baupolitischer Sprecher der SPD und sein Fraktionskollege Wolfgang Pohlmann einig.

Neue Arbeitsplätze


Der CDU-Fraktionschef, Dr. Rainer Neumann, war dagegen begeistert von den positiven Aussichten, die das Projekt von Jens Lessau der Stadt Glinde bieten wird. „Das ist eine großartige Sache. Ich nenne es sogar ein Leuchtturmprojekt. Es gibt in ganz Norddeutschland nichts Vergleichbares. Glinde wird somit eine einmalige Attraktion erhalten. Neue Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und die Erhöhung des Freizeitwertes von Glinde sind die eindeutigen positiven Fakten des Projektes Wellness-Resort Gut Glinde“, schwärmte Dr. Neumann. Er zeigte sich erstaunt darüber, dass die SPD ihre Zustimmung verweigert hat. Bisher herrschte in Glinde Einmütigkeit darüber, dass die Politik dem Vorhaben von Jens Lessau ihre Zustimmung geben wird.

Landschaft wird zerstört


Die SPD-Fraktion übte besonders massive Kritik an den Folgen durch einen neuen nördlichen Querriegel, auf dem 780 Parkplätze entstehen sollen. Sie sprach von einer massiven Zerstörung der Landschaft in diesem Bereich des Golfareals. „Das ist nicht das Einzige, was uns an den Plänen nicht gefällt. Der zu erwartende Verkehrsstrom durch das Wellness-Resort überfordert eindeutig die Stadt Glinde“, warnte Wolfgang Pohlmann. Die künftigen Betreiber des Resorts, das Ehepaar Verena und Siegfried Reddel, das in Bergisch Gladbach-Bensberg eine gleiche Golf- und Wellness-Anlage betreibt, empfängt dort jährlich 500.000 Besucher. Die meisten davon kommen mit dem Auto. In Glinde rechnet das Ehepaar mit mindestens 250.000 Gästen pro Jahr.

Entscheidung vertagt


Investor Jens Lessau wies mit Nachdruck die Kritikpunkte der SPD zurück. „Wir wollen nicht mehr bauen als bisher, sondern nur anders. Der Parkplatz wird durch Grünanlagen in die Landschaft eingebettet und die zu erwartende Verkehrsentwicklung ist nur geringfügig stärker als bei der ursprünglichen Nutzung des Hotels als Tagungsstätte. Die Bruttogeschossfläche von etwa 23.000 Quadratmetern ändert sich nicht“, konterte Jens Lessau. Die Politiker diskutierten bis 22 Uhr im Bauausschuss ohne Ergebnis. Die Entscheidung über die Änderung des B-Plans 41 wurde auf den September vertagt. Bei der Diskussion im Bauausschuss hatte sich gezeigt, dass die Zustimmung nur mit Stimmen der Grünen zu erreichen ist. Sie verhielten sich in ihren Argumenten so, dass man eine klare Ablehnung nicht deutlich erkennen konnte.
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