Bahlmann ist „Spendensammler“ seit 35 Jahren

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Letzter Höhepunkt auf seinem „Spendenmarathon“ in diesem Jahr: Dieter Bahlmann mit einem Plakat des Auftritts von Dieter Nuhr – natürlich längst ausverkauft Foto: to

76-Jähriger aus Horn hat 600.000 Euro für die „SOS-Kinderdörfer“ gesammelt

Von Thomas Oldach
Horn
Bescheiden, fast schüchtern sitzt er da vor seinen gesamten Berichten, Dokumenten und Auszeichnungen. Als sei es ihm fast peinlich, was er alles geschafft hat für den guten Zweck – denn er will nur der unscheinbare Macher im Hintergrund sein. Doch wer allein rund 600.000 Euro für die „SOS-Kinderdörfer weltweit“ gesammelt hat, darf mehr als nur ein bisschen stolz auf sich sein. Dieter Bahlmann ist da eben anders – nicht er, sondern die Sache, für die er sich einsetzt, soll im Mittelpunkt stehen. Und das ist seit nunmehr rund 40 Jahren im Ehrenamt. 2017 werden es allein 35 Jahre für die Kinder in den SOS-Dörfern in aller Welt sein. So viel Einsatz muss natürlich belohnt werden. Und so ist der heute 76-Jährige, der in Horn in einer bescheidenen Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepubilk, dem Portugaler in Silber und der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes durch die Hansestadt Hamburg sowie der Hermann-Gmeiner-Medaille der SOS-Kinderdörfer dekoriert worden. Sozial engagiert war Bahlmann schon immer. „Die Ehe meiner Eltern wurde kurz nach dem Weltkrieg geschieden. Meine Mutter musste mich und drei Geschwister im Alleingang aufziehen und versorgen. Was sie geleistet hat, werde ich nie vergessen“, sagt der „Spendensammler“: „Das war mein Antrieb, mich für Kinder aus ähnlichen Verhältnissen einzusetzen.“ Bahlmann ist ein „Karstadt-Kind“. 1956 begann er mit seiner Lehre zum Einzelhandelskaufmann in der Filiale des Konzerns in Eppendorf. Nach mehreren Stationen „landete“ er 1970 in Harburg als Leiter der Buch- und Schreibwarenabteilung. Dort organisierte er anfangs Signierstunden mit den Stars der damaligen Zeit – von Curd Jürgens über Konsalik bis Siegried Lenz: Bahlmann holte sie alle nach Harburg.

Eine Bibliothek trägt seinen Namen


1981 stiftete der Konzern zu seinem hundertjährigen Firmenbestehen ein SOS-Kinderdorf in Brasilien. Bahlmann entschied sich damals, künftig eigene Veranstaltungen in den Dienst von SOS zu stellen. Mit Benefiz-Fußballspielen (sogar Legende Wolfgang Overath war dabei) fing es an, mit Konzerten (Roy Black, Rolf Zuckowski) ging es weiter. Von 1993 bis 1997 organisierte Bahlmann zudem fünf Konzerte im CCH, um Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg zu unterstützen.
Bei der Hilfe ist er im Rentenalter geblieben. Auch wenn dieser Einsatz nach seiner Pensionierung 2002 längst ein Vollzeit-Job geworden ist. Denn ans Aufhören denkt Bahlmann noch lange nicht: „Mir macht es einfach Spaß, Gutes für Menschen zu tun, denen es nicht so gut geht.“ So auch in Haiti: Nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 wurde dort ein neues SOS-Kinderdorf errichtet – samt naheliegender Schule und Bibliothek. Diese trägt den Namen von Dieter Bahlmann. Kein Wunder: Denn allein 120.000 Euro aus seinen Aktionen steckt in diesem Bau – der die jüngste Hurricane-Katastrophe nahezu unbeschadet überstanden hat. Letzter Höhepunkt für Bahlmann im Zuge seines „Spenden-Marathons“ ist der Auftritt des Polit-Comedians Dieter Nuhr in Harburg am 23. November – natürlich längst ausverkauft. Um den Künstler hatte sich Bahlmann lange bemüht. Da aber auch Nuhr die SOS-Kinderdörfer unterstützt, entstand schnell ein Kontakt. Doch auch jetzt schon „nu(h)r“ nicht ausruhen: Denn für das Geburtsjahr „Bahlmann & SOS“ stehen einige Veranstaltungen an, die alle geplant und organisiert werden müssen. Schließlich will Dieter Bahlmann weiterhin dem Wahlspruch von Hermann Gmeiner (SOS-Gründer) folgen: „Es ist leicht Gutes zu tun, wenn viele helfen.“
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