Bangen um die Oberhafenkantine

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Das Archivbild zeigt die Oberhafenkantine vor ihrer Renovierung 2005 Foto: pixelio

In dieser Woche prüft der Statiker, wie groß die Sturmschäden durch „Xaver“ sind

Rothenburgsort/
HafenCity. Außen klein, innen schräg und eine echte Hamburgensie: Das ist die Oberhafenkantine am Eingang der HafenCity. Seit Anfang Dezember Sturm „Xaver“ über Hamburg hinwegzog, ist die Kultkneipe jedoch geschlossen. Das Hochwasser war im Erdgeschoss bis über die Fenster gestanden, der Sturm richtete schwere Schäden an. Wie gravierend diese sind und wann die Oberhafenkantine wiedereröffnet werden kann, könnte sich in dieser Woche klären.

Ausweichquartier gefunden

Betreiber Sebastian Libbert (39) erwartet den Besuch eines Statikers, der prüfen soll, wie schwer die Schäden an den Mauern der 1925 als sogenannte Kaffeeklappe errichtete Kneipe sind. Zunächst war die Küche im Keller entkernt worden und auch die Fliesen müssen von der Wand geklopft werden, um Rissen und tiefergehenden Schäden auf den Grund zu gehen.
100.000 Euro könnte der Schaden schon betragen, schätzt Libbert, selbst wenn „nur“ Küche und Leitungen neu gemacht werden müssen. Schlimmstenfalls, wenn das Gebäude selbst stark in der Struktur betroffen ist, könnte es ein Vielfaches sein. „Der Wille ist aber auf jeden Fall da, dieses Liebhaberobjekt weiter zu betreiben“, versichert Libbert. Er stehe mit dem Besitzer Klausmartin Kretschmer – der derzeit als Eigentümer der Roten Flora Schlagzeilen wegen seiner Auseinandersetzung mit der Stadt Hamburg macht - in engem Kontakt und habe gute Beziehungen zu ihm, so dass gemeinsam über die Kosten entschieden werde. Die Oberhafenkantine stand bis 2005 leer, danach wurde sie renoviert und bekannt, als die Mutter von TV-Koch Tim Mälzer sie ab 2006 zeitweise betrieb. Seit dem Sturm „Xaver“ ist das Häuschen erneut geschlossen, Teile des Mobiliars stehen im Brandshof. Der Brandshof ist ein expressionistisches Backstein-Ensemble, das 1928/29 nach Plänen des Architekten Otto Hoyer gebaut wurde.

Chanson-Dinner für die Oberhafenkantine

Für die Oberhafenkantine gebe es viele Solidaritätsbekundungen, so Betreiber Libbert. Im Kontorhaus Brandshof wird am 20. Februar ein Chanson-Dinner veranstaltet.
Marie-Laure Timmich singt dabei französische Lieder über das Meer und den Hafen. Begleitet wird sie von Klaus Sieg (Gitarre, Hawaiigitarre, Banjo) und Heiko Quistorf am Akkordeon. Julia Wachsmann singt Liebeslieder – und einen Chanson über das Treiben in der kleinen, schrägen Oberhafenkantine. (wb)

Chanson-Dinner, Brandshofer Deich 116, 20 oder 49 Euro, Tel.: 32527414,
reservierung@oberhafenkantine-hamburg.de
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