Bauprojekt „Östlich Haferblöcken“ in der Kritik

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Mitarbeiter der Verwaltung und Moderator Gunter Boettcher diskutieren mit Anwohnern im Kurt-Körber-Gymnasium Foto: fbt

Billstedter empört über Verkehrsgutachten zum geplanten Flüchtlingswohnungsbau

Billstedt Das umstrittene Projekt „Östlich Haferblöcken“, mit dem der Bezirk Mitte Flüchtlinge mit der Perspektive Wohnen in Billstedt unterbringen will, war am Donnerstag Thema im Kurt-Körber-Gymnasium. Noch im Dezember soll die Baugenehmigung folgen. In der Öffentlichen Plandiskussion musste Gunter Böttcher (CDU), der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses, mit deutlichen Worten für Ruhe sorgen, dann lief der Abend in geordneten Bahnen. Für nachhaltige Empörung sorgte allerdings, dass das offensichtlich eingeholte Verkehrsgutachten laut Michael Mathe, Amtsleiter für Stadt- und Landschaftsplanung, davon ausgeht, die jetzt existierenden Straßen könnten den Mehrverkehr bis zum Jahr 2030 mit aufnehmen.

Verkehrsspitzen in ganz Hamburg

Markus Weiler aus dem Amt Management des Öffentlichen Raums räumte zwar „eine Beschwerdelage“ ein, machte aber geltend, dass es Verkehrsspitzen in ganz Hamburg gebe. „Es ist schon jetzt lebensgefährlich für Kinder“, meinte ein Anwohner, viele andere äußerten sich ähnlich. Busse kämen nicht durch, Kinder müssten mit dem Fahrrad auf die Fußwege ausweichen, die zudem nicht breit genug seien. Die sich wiederholende Kritik aus dem Publikum, versicherte Mathe, nehme man mit und werde „das Gutachten gern überprüfen lassen“.

Kaum Platz für Ausgleichsmaßnahmen

Ein zweiter großer Kritikpunkt war der Umstand, dass laut Michael Mathe Ausgleichsmaßnahmen für das Bauprojekt nur außerhalb des Bezirks Mitte möglich sind. Dies sei ein Rückschritt, bekräftigte ein Vertreter vom Bund Naturschutz. Amtsleiter Mathe argumentierte, dem Bezirk Mitte stünden eben nicht Flächen wie die Vier- und Marschlande zur Verfügung. Die Zahlen, wie viele Flüchtlinge einziehen werden, korrigierte er nach unten. „1.200 Plätze sind falsch“, es gehe um maximal 1.000, und er sei gespannt, „ob diese Zahl überhaupt erreicht wird“. Der Fachamtsleiter bekräftigte, bis auf wenige Ausnahmen würden „östlich Haferblöcken“ zweigeschossige Duplexhäuser errichtet, die „nicht beliebig“ aussehen sollen. Der Straßenraum sei nicht breiter als notwendig, überwiegend sollen reine Wohngebiete (WR) entstehen. Mathe zufolge soll die Baugenehmigung für die ersten beiden Baufelder noch im Dezember erteilt werden. (fbt)

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