Begrüßung auf Deutsch

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Ratsvertreter Daniel Abdin, Pastorin Susanne Juhl, Imam Samir el-Rajab und Bezirksamtsleiter Andy Grote pflanzten einen Baum als Symbol der GemeinsamkeitFoto: güb

Imam der al Nour-Moschee setzt auf Verständigung

Von Günter Brockmann
Horn. Kaum ein Thema hat weit über Horn hinaus solche Wellen geschlagen wie der geplante Umzug der al-Nour Moschee aus St. Georg in die ehemalige Kapernaum Kirche. Vertreter der Evangelischen und katholischen Kirche hatten scharf gegen die neue Nutzung der 2002 entwidmeten Kirche protestiert. Jenseits der Diskussionen gehen die Menschen im Stadtteil überwiegend besonnen mit der neuen Situation um. Auch beim offiziellen Beginn der Sanierungsarbeiten blieb die Stimmung vor Ort jetzt gelassen. Daniel Abdin, Vorsitzender der Schura, dem Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg, begrüßte die zahlreichen Besucher: „Es lässt mich hoffen, dass wir die Zukunft unserer Moschee in der ehemaligen Kaparnaum Kirche in guter Nachbarschaft mit den Horner Bürgerinnen und Bürger erleben werden.“ Samir el-Rajab, Imam der al-Nour Moschee war sich der Bedeutung des Tages wohl bewusst: „Heute ist es das erste Mal, dass ich eine Rede auf Deutsch halte. Das war mein Versprechen bei der letzten Infoveranstaltung vor einem Monat. Und versprochen ist versprochen!“ Und weiter: „Ich komme aus dem Libanon. In meinem Dorf hatten wir zwei Kirchen und eine Moschee. Als Kind habe ich immer mit Nachbarskinder im Kirchhof gespielt. Da wurde immer gefragt: Willst du mitspielen? Nie habe ich die Frage gehört: Welcher Religion gehörst du an.“ Der Imam der al Nour-Moschee weiter: „Wir waren Kinder mit unterschiedlichen Religionen, doch waren unsere Nachbarn wie unsere Familien. Nation, Nachbarschaft und Gleichberechtigung haben uns vereint.“ Dabei ging er ausführlich auf das Nachbarschaftsverhältnis ein. „Wir sollten unsere Nachbarn mit Freundlichkeit begegnen, sie grüßen und nach ihrem Wohlbefinden erkundigen, ihr Glück und ihren Kummer mit ihnen teilen, einander besuchen, insbesondere in Krankheitsfällen und ihnen bei Todesfällen beistehen. Das verdeutlicht die Bedeutung der Nachbarschaftsrechte im Islam. Es ist Pflicht eines jeden Muslims, gute Beziehungen zu seinen Nachbarn zu pflegen“, so das Fazit seiner Rede.
Bezirksamtsleiter Andy Grote entgegnete: „Wir bauen auf eine gute gemeinschaftliche Zukunft nach dem Umzug der al-Nour Moschee in die ehemalige Kapernaum Kirche. Es ist für den Bezirk ganz wichtig, dass die al-Nour Gemeinde ein würdevolles neues Zuhause hat. Die Kapernaum Kirche wird nach abgeschlossener Sanierung durch die al-Nour Moschee sicherlich zukünftig wieder ein allseits beliebter Mittelpunkt in Horn sein.“
Gemeinsam pflanzten Bezirksamtsleiter Andy Grote, Imam Samir el-Rajab, Schura-Sprecher Daniel Abdin und Susanne Juhl, Pastorin der Horner Kirchengemeinde, einen Apfelbaum im hinteren Bereich der Kirche. Die Die Aktion soll Ausdruck für das gemeinsame Streben nach guter Nachbarschaft von Muslimen und Christen in Horn sein. Weitere Infos im Internet unter www.alnour-moschee.com (güb)
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