Beliebter Kiosk in Borgfelde soll schließen

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Der „Kiosk Nr. 7“ soll gehen, weil der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hat Foto: Grell

Der Treffpunkt „Kiosk Nr. 7“ soll weichen. Nachbarschaft ist fassungslos und sammelt Unterschriften

Borgfelde Im Ausschläger Weg gibt es auf Höhe der Hausnummer 7 nur einen einzigen Kiosk für die Anwohner. Dieser gehört Meral Bulut (33), die sich vor über fünf Jahren mit dem „Kiosk Nr. 7“ den Traum der Selbstständigkeit erfüllen konnte. Ihr Kiosk hat sich zum Stadtteiltreff entwickelt und soll nun weg. Bei Karstadt aufgrund der Schließungen entlassen, suchte die Einzelhandelskauffrau eine neue Beschäftigung und wagte mit dem gerade einmal 18 Quadratmeter großen Geschäft den Schritt zum eigenen Unternehmen. „Angefangen hat alles mit meinem Bruder Müslüm, der gegenüber zur Berufsschule gegangen ist und mir erzählte, ein älteres Ehepaar wolle einen Kiosk aufgeben“, erklärt Meral Bulut. „Hier gab es immer einen Kiosk, solange ich hier wohne“, erzählt Gerda Müller, die seit 25 Jahren in dem Haus lebt, in dem der Kiosk seinen Standort hat. Gegenüber der Berufsschule hatte Meral einen perfekten Standort. Bis die Baustelle entstand. „Jetzt kommen die Bauarbeiter anstelle der Schüler“, lacht die Mutter zweier Kinder. Passend für die Neueröffnung der Schule im kommenden Jahr hat Meral Bulut ein wenig renoviert und den Laden neu gestaltet. „Ich habe dafür eine Anfrage bei der Verwaltungsfirma gestellt und eine mündliche Zusage für eine Vertragsverlängerung von mindestens weiteren fünf Jahren bekommen“, so die Kiosk-Leiterin, die nun plötzlich die Kündigung bekam. Bei der Hausverwaltung Wascher in Lübeck angefragt, sei zwar im Mai über eine Weiterführung diskutiert worden, diese aber aufgrund von Eigenbedarf verworfen und dann fristgerecht im Juni bereits gekündigt worden. „Ich habe noch Geld investiert, weil ich von der Weiterführung des Ladens ausgegangen bin“, so Meral. Wie es weitergehen soll, weiß sie nicht. Klar ist zurzeit nur, dass die Menschen aus der Umgebung sich nicht mit der Schließung des Kioskes abfinden wollen. „Wir haben überall in der Straße Unterschriften gesammelt“, betont Mehmet Tuncel, der im Laden jeden Mittag einen Snack isst und einen Kaffee trinkt. „Ich möchte, dass sie bleibt“, klagt auch Gerda Müller, „sie macht das mit so viel Liebe“. Der Kiosk Nr. 7 sei eben kein alltäglicher Laden, sondern etwas ganz Besonderes. Meral Bulut kennt die Geschichten ihrer Kunden. „Der Kiosk ist hier schon wie ein Stadtteiltreff“, sagt die Einzelhändlerin, die aufgrund ihres Engagements und ihrer netten Art geschätzt wird. „Die Schüler erzählen mir vom Unterricht und die älteren Damen werden hier ihre Sorgen los“. Kontakt zu dem Vermieter hat sie noch mehrmals aufgenommen, aber immer wieder nur die Antwort bekommen, dass man die Räume für den Eigenbedarf brauche. Das stimmt die ganze Nachbarschaft traurig: „Es wäre sehr schade, wenn der Kiosk wegkäme, wo wir ihn doch so sehr brauchen“. (kg)
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3 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 25.10.2016 | 16:43  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 29.10.2016 | 09:22  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 29.10.2016 | 18:29  
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