Besonnenheit und Verständnis

Anzeige
Mehr als 200 Glinder Bürgerinnen und Bürger waren zur Einwohnerversammlung ins Schulforum gekommen Foto: güb
 
Bürgervorsteher Rolf Budde begrüßte die Teilnehmer der Einwohnerversammlung Foto: güb

200 Teilnehmer bei der Einwohnerversammlung zum Flüchtlingsthema in Glinde

Von Günther Brockmann
Glinde
Zwischen Sorgen und Verständnis in Sachen Flüchtinge pendelt die Stimmung der Bürger von Glinde. Davon konnte man sich in der vergangenen Woche bei der Einwohnerversammlung überzeugen. Bürgervorsteher Rolf Budde begrüßte mehr als 200 Einwohner. Bürgermeister Rainhard Zug, Eggert Werk, Chef des Polizeireviers Reinbek/Glinde, Budde und Peter Nilsson, Mitglied der Aktion M.U.T. sowie SPD-Mitglied Niels Brock standen Rede und Antwort. Budde machte in seinem Appell zu Beginn der Versammlung in klarer Form deutlich, wie seine Einschätzung des Flüchtlingsproblem aussieht. „Integration heißt nicht Wegsperren, sondern aufeinander zugehen. Verständnis sollte bei allen im Vordergrund stehen“, meinte der Bürgervorsteher.

Skepsis zerstreut


„In Glinde gibt es keine besonderen Vorkommnisse, die mit den Flüchtlingen im Zusammenhang stehen. Beispielhaft ist die Situation am Reinbeker Krabbenkamp. Dort leben 48 alleinstehende Männer. Am Anfang hatten die Bürger Bedenken wegen der hohen Zahl von Einzelpersonen. Die skeptischen Erwartungen erfüllten sich nicht“, sagte Eggert Werk. Er ist grundsätzlich der Meinung, dass die Sicherheit durch die Flüchtlinge in Glinde nicht in Gefahr ist. Bürgermeister Reinhard Zug und Ordnungsamtsleiter Bernd Mahns informierten über die Zahlen in Bezug auf die Flüchtlingssituation. Ursprünglich waren 100 Flüchtlingen in 2015 für Glinde vorgesehen. 250 Flüchtlinge sind es bisher geworden. Für das nächste Jahr rechnet die Stadt mit 300 weiteren Flüchtlingen. „Für diese Flüchtlinge werden wir weitere fünf Mobilheime für jeweils 26 Menschen am Schlehenweg errichten“, sagte Zug. Die beiden aktuellen Unterkünfte am Willinghusener Weg sollen im Frühjahr 2016 fertig sein. Das ist der Grund dafür, warum die Stadt auf Notunterkünfte in Turnhallen an der Grundschule Tannenweg, am Schulgelände Wiesenfeld und am Schulzentrum ausweichen muss.
Ordnungsamtsleiter Mahns sieht keine andere Möglichkeit zum Ausweichen. Das Angebot an freien Mietwohnungen reicht nicht aus, so dass er noch einmal den Appell startete, für freie Mietwohnungen zu werben. Der größte Teil der Zuhörerfragen bezog sich vor allem auf die Nähe von Schulbetrieb und Flüchtlingsunterkünften. So wollte eine Glinder Bürgerin wissen, warum die kleine Sporthalle am Glinder Tannenweg belegt wurde und nicht die größere Turnhalle, die etwas weiter entfernt liegt. „Wir wollten die Flüchtlinge möglichst dezentral unterbringen, um Konflikte unter den Bewohnern zu vermeiden. Die Entscheidung ist in Abstimmung mit der Schule gefällt worden. Außerdem war uns sehr daran gelegen, dass die Kinder in der großen Halle weiterhin Sport treiben können“, sagte Mahns. Nach seiner Aussage wurde ein Zaun gebaut, um die Flüchtlinge vom Pausenhof zu trennen. Ebenso wurde ein Zaun an der Gymnastikhalle Wiesenfeld errichtet. Dieses sei geschehen, um die Privatsphäre der neuen Bewohner zu schützen. Katharina Wulf, Koordinatorin für Flucht und Asyl bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo), wies darauf hin, dass mit der Stadt Glinde noch ein Vertrag über die Betreuung der Flüchtlinge, so wie die Awo und die Stadt diese sich vorstellen, erst geschlossen werden muss.

Pauschale pro Flüchtling auf 2.000 Euro erhöht


Eine Erhöhung der Pauschale pro aufgenommenem Flüchtling von 900 auf 2.000 Euro wird nach Auskunft von Katharina Wulf ab 1. März 2016 durch das Land Schleswig-Holstein in Kraft treten. Fazit der Einwohnerversammlung: In Glinde will man, Besonnenheit und Verständnis in der Flüchtlingsfrage walten lassen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige