Bezirk Hamburg-Mitte: Falko Droßmann ist dienstbereit

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Falko Droßmann freut sich über das Wahlergebnis Foto: fbt
 
Meryem Celikkol (l.,Grüne) und Dirk Sielmann (SPD) Foto: fbt

Wahl des neuen Bezirksamtsleiters verläuft ohne Überraschungen

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Der Hamburger Bezirk Mitte hat einen neuen Bezirksamtsleiter. Falko Droßmann wurde am vergangenen Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung gewählt. Nun steht noch die Bestellung durch den Senat aus. Es ist Donnerstag, kurz vor halb sechs im Sitzungssaal der Bezirksversammlung am Klosterwall: Normalerweise werden für die Sitzungen des Parlaments dicke Pakete mit Drucksachen ausgeteilt. Heute gibt es nur zwei DIN A 4-Zettel. Eine knappe Tagesordnung steht auf dem einen, der Vorschlag von Grünen und SPD, Falko Droßmann, den bisherigen SPD-Fraktionschef, zum neuen Bezirksamtsleiter zu wählen, auf dem anderen. Neben dem Tisch des Präsidiums steht eine Wahlurne, hinten im Saal ist eine Stimmkabine aufgebaut. Die Tagesordnung ist klar: Heute soll der neue Bezirksamtschef gewählt werden. Falko Droßmann, der Kandidat, geht durch den Saal, spricht mit Kollegen. Auf seinem Platz liegt ein Block mit einem Zitat Oscar Wildes: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es auch nicht das Ende.“ Dirk Sielmann (SPD), der Vorsitzende, eröffnet die Sitzung. Zur Wahl des Bezirksamtsleiters sei eine Mehrheit von 26 Mitgliedern notwendig, 51 Parlamentarier gehörten der Bezirksversammlung an. Der Vorsitzende erinnert, dass man auf eine Ausschreibung der Bezirksamtsleiterstelle verzichtet habe (das Hamburger Wochenblatt berichtete). Falko Droßmann (SPD) sei für das Amt vorgeschlagen. Sielmann fragt, ob es weitere Namen gebe: „keine weiteren Vorschläge“. Es geht sehr formal weiter: Die Anwesenheit der Parlamentarier wird festgestellt, zwei Abgeordnete fehlen. Dann wird eine Kommission für die Auszählung bestimmt – aus jeder Fraktion beziehungsweise Gruppe gehört ihr ein Mitglied an.
Dann folgt der Wahlgang. Sielmann ruft immer zwei Abgeordnete auf. Sie holen sich ihren Stimmzettel (auf dem man mit ja, nein oder mit Enthaltung stimmen kann), füllen ihn in der Wahlkabine aus, stecken ihn in die Urne. Gemurmel kommt auf, die Fotografen gehen durch den Saal, es gibt die eine und andere Unterhaltung nebenbei. Um 17:56 Uhr wird der letzte Abgeordnete, es ist Thaddäus Zoltkowski (SPD), aufgerufen. Nun müssen 49 Stimmzettel ausgezählt werden: Dirk Sielmann unterbricht die Sitzung. Die Aktion geht sehr schnell über die Bühne. Sielmann verkündet, es seien 49 gültige Stimmen abgegeben worden, 28 hätten mit Ja, 21 mit Nein gestimmt. Beifall brandet auf. Droßmann erhebt sich: Er bedanke sich für das Votum, wünscht sich „gute Zusammenarbeit“. Grünen-Fraktionschef Michael Osterburg hat ein Dienstfahrrad für Droßmann als Geschenk mitgebracht, hergerichtet von „Westwind Hamburg“, die sonst Fahrräder für Flüchtlinge aufbereiten. Vor dem neuen Bezirksamtsleiter bildet sich eine Schlange mit Gratulanten, dass Dirk Sielmann inzwischen die Sitzung schließt, geht fast im Stimmengewirr unter.
Noch ist Falko Droßmann nicht im Amt. Der Senat, sagt Sprecherin Sorina Weiland vom Bezirksamt, muss ihn noch bestellen. „Irgendwann nächste Woche“, sagt Weiland anschließend, werde Droßmann seinen Dienst antreten.
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