Billstedt: Anwohner-Wut wegen Müll

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Hausmeister Michael Engellage (r.) und Anwohner Hans Knöfelärgern sich über den vielen Müll, der direkt neben den Containern liegt. Sie hoffen auf mehr Verständnis der Nachbarn Foto: Grell
 
Auch der Mülleimer quillt bereits über Foto: Grell

Stadtteilbewohner fordern sauberes Quartier und wollen für Problematik sensibilisieren

Billstedt Direkt neben den Abfallcontainern im Adolph-Schomacher-Weg in Billstedt türmt sich Müll zu einem riesigen Berg auf. Alte Nachttische, Verpackungen von Flachbildschirmen, eine krumme Stehlampe und ein halbes Bett – es erinnert an die Zeiten in denen es noch Sperrmüll in Hamburg gab und die Anwohner ihre ausrangierten Möbel zur Abholung an die Straße stellten. Heute muss sich allerdings jeder selber um die Entsorgung seiner Altlasten kümmern und diese entweder von der Stadtreinigung abholen lassen oder zum Recyclinghof fahren. Hans Knöfel wohnt seit fast 20 Jahren in einer der Genossenschaftswohnungen an der Billstedter Hauptstraße. Sein Blick aus dem Fenster runter zu den Müllansammlungen lässt ihn immer wieder ärgerlich werden. „Können die Menschen denn ihren Müll nicht einfach richtig entsorgen“, findet der Rentner, der sein Billstedt sauber halten möchte. „Wir haben so nette Nachbarn hier und alle sind daran interessiert, keinen Abfall direkt vor der Haustür zu haben.“ Deshalb hat sich der engagierte Mieter auch schon mehrfach telefonisch an den Bezirk Mitte gewandt, wo zunächst behauptet wurde, die Fläche sei Privatgrund und die Stadt somit nicht zuständig. „Das kann aber nicht sein, denn hier steht eine Straßenlaterne, die den Müll an jedem Abend auf‘s neue beleuchtet und auch die Fahrzeuge, die hier parken, werden von der Polizei aufgeschrieben“, meint auch Hausmeister Michael Engellage. Die Müllkippe befände sich somit ganz klar auf einem öffentlichen Durchgang und somit sei die Stadt für die Beseitigung der Abfälle zuständig. Bei der Stadtreinigung angefragt erhält Hans Knöfel schließlich die Auskunft, man wolle sich den Fall einmal ansehen. In der Zwischenzeit wächst der Müllberg weiter an. Auf dem kleinen Nachttisch wurden bereits Kaffee-Becher abgestellt. „Wo einmal ein Abfallhaufen entstanden ist, scheint es keine Scheu mehr zu geben, ihn mit immer mehr Unrat zu füttern.“ Hans Knöfel ist sauer über diese Entwicklung in seinem Stadtteil, denn viele Menschen hier versuchen auch mit kleinen Mitteln aus dem Quartier an der Billstedter Hauptstraße ein Idyll zu machen. Nachbarn haben beispielsweise in einem kleinen Vorgarten mit Mauersteinen ein winziges Beet abgeteilt, das sie jetzt bepflanzen. Überall in den Balkonkästen blüht es und „die meisten Nachbarn hier verstehen sich richtig gut“, beschreibt der langjährige Mieter die Lage. Dass nun Anwohner, Besucher und Touristen, die durch den Adolph-Schomacher-Weg gehen, den vielen Müll im Quartier mit ansehen müssen, findet er ausgesprochen unangenehm. Eine Lösung wäre für Hans Knöfel zwar zunächst die Entsorgung des bestehenden Mülls, vor allem möchte er aber an die Bewohner hier im Umkreis appellieren, ihren sperrigen Dreck nicht mehr vor der Tür zu entsorgen. Auch Hausmeister Michael Engellage ist über den aktuellen Stand entsetzt. Er ist die gute Seele der Genossenschaftshäuser und räumt auf, wo er kann. Seine große Hoffnung ist, dass den Menschen ihr Handeln wieder bewusst wird und sie sich um eine Entsorgung ihrer Abfälle kümmern. (kg)
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