Billstedt bekommt einen Gesundheitskiosk

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Hier könnte der Gesundheitskiosk eröffnet werden Foto: fbt

Stadtteilbewohner sind zehn Jahre früher krank. Hamburg investiert 6,3 Millionen Euro

Billstedt Rund 100.000 Menschen in Billstedt und Horn sollen bald eine bessere, medizinische Versorgung bekommen. Ein Gesundheitskiosk mit acht Mitarbeitern, bessere Vernetzung der Ärzte untereinander und mit den Patienten sind die Ziele. Der Hintergrund ist durchaus ernst: Menschen in den beiden Stadtteilen werden früher und häufiger chronisch krank, auch die Pflegebedürftigkeit tritt eher ein. Fachleute sagen außerdem, dass Billstedter allgemein weniger auf ihre Gesundheit achten. Rund 120 Ärzte versorgen in Billstedt und Horn etwas über 100.000 Menschen. Dr. Gerd Fass, Chef des Billstedter Ärztenetzwerks: „Unsere Patienten sind uns sehr treu.“ Fass beschreibt die Situation: Viele Migranten gelangen durch mangelnde Sprachkenntnisse nur schwer an Informationen über das Thema Gesundheit. Ein weiteres Problem im Stadtteil: Die Patienten wanderten zu oft in die stationäre Versorgung ab, „am Ende sind sie wieder bei uns ohne, dass sich wirklich etwas verändert hat“, sagt Gerd Fass. Krankheiten träten in Billstedt rund zehn Jahre früher auf, die Lage sei „stabil schlecht“. Matthias Mohrmann von der AOK stimmt dem zu. Laut Mohrmann sieht es bei den Kindern im Stadtteil ähnlich aus. So treten Entwicklungsstörungen bei Kindern häufiger auf. Zudem seien dadurch die Versorgungskosten laut AOK höher als in anderern Stadtteilen. Der Gesundheitskiosk soll ein erster Schritt sein, Billstedts wachsende Bevölkerung über die Entwicklung aufzuklären und Informationen zum Thema Gesundheit leichter zugänglich machen. Eine ganze Reihe von Partnern will in Billstedt und Horn eine gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung aufbauen. Ein Gesundheits-Kiosk könnte schon im April eröffnet werden. „Bestenfalls im Billstedt-Center“, sagt Alexander Fischer, der Projektleiter der Initiative. Dort wird in acht Sprachen Gesundheitsberatung angeboten – es gehe um Vernetzung mit sozialen Einrichtungen und die „Verstärkung von Präventionsketten“. Das Einverständnis der Patienten vorausgesetzt, wird es eine elektronische Patientenakte geben, so dass Gesundheitsberater ihren Kunden die Maßnahmen der Ärzte besser erläutern können. Das Geld für das Projekt stammt aus einem Innovationsfonds des Bundes und reicht für drei Jahre. Schon Ende Oktober teilte die Gesundheitsbehörde mit, dass 22 Millionen Euro nach Hamburg fließen, 6,3 Millionen Euro davon in das Billstedter und Horner Projekt. (fbt)
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