Billstedt: Merkenstraße ist zu eng

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Linienbusse, die aus Billstedt kommen, müssen an der Öjendorfer Höhe an parkenden Autos vorbei Foto: Frank Berno Timm

SPD will 30er-Zone einrichten – Parksünder versperren die Sicht

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Wenn in der Merkenstraße der haltende Linienbus an der Haltestelle Öjendorfer Höhe Autos zum Stehen bringt, könnte es für unaufmerksame Fußgänger gefährlich werden, fürchten die Nachbarn. Thaddäus Zoltkowski (SPD) aus der Bezirksversammlung Mitte will die Idee, hier eine Tempo-30-Zone zu schaffen, nun noch einmal aufgreifen. An der Kreuzung Merkenstraße/Öjendorfer Höhe gibt es nicht nur eine Fußgängerampel über die Merkenstraße, sondern auch einen Zebrastreifen, der über die Öjendorfer Höhe führt. Eine Kita ist in der Nähe, daneben liegt eine Stadtteilschule – also sind hier immer wieder Kinder unterwegs, die zu klein sind, um Weitblick und Erfahrung im Straßenverkehr zu haben. Der Bus 432 hat hier eine Haltestelle: Kommt er aus Billstedt, müssen die Fahrer links an parkenden Autos vorbei, der Gegenverkehr hat keinen Platz mehr.

Angst um Kinder

Irja Warns (42) sieht es noch eine Spur drastischer. Sie, die in der Nähe wohnt, habe Angst um ihre Kinder, sagt die Mutter. Morgens seien die Straßen zugeparkt – als sie mit ihrem Auto an der Kreuzung einen Totalschaden erlitt, weil eine Frau aus der Öjendorfer Höhe sie ihrerseits nicht gesehen hatte, hätte die Polizei ein Haltverbotsschild an der Fußgängerampel angebracht – dabei ist das Stoppen an Kreuzungen ohnehin verboten. „Es ist immer schlimmer geworden“, beschwert sich Warns, besonders morgens um kurz vor acht Uhr. Auch ein längerer Mailverkehr zwischen Irja Warns und Thaddäus Zoltkowski (54, SPD) aus der Bezirksversammlung zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Zoltkowski konnte bereits feststellen, dass der Platz für alle Straßenbedürfnisse nicht reicht. Er berichtet, es habe schon einmal eine Initiative gegeben, die Merkenstraße zur 30er-Zone zu machen, damals sei das abgelehnt worden. „Wir müssen da nochmal ansetzen“. Ohnehin gebe es auf einem Teil der Straße ja bereits Tempo 30. Was nicht heißt, dass es auf der folgenden Archenholzstraße flüssiger vor sich ginge: Auch hier müssen die Fahrer des Linienbusses 432, dessen Fahrplan ja gerade ausgeweitet wurde, vorsichtig durch die engen Durchfahrten manövrieren und immer wieder auf den Gegenverkehr warten.

Keine Bedenken gegen 30er-Zone

Michael Steinmeier vom Polizeikommissariat 42 sagt auf Anfrage, die Entscheidung über eine 30er-Zone werde vom Bezirk Mitte getroffen. „Die Aussage von uns als zuständiger Straßenverkehrsbehörde ist, dass grundsätzlich keine Bedenken gegen eine Tempo-30-Zone bestehen“. Das „Parkproblem“, fügt Steinmeier hinzu, sei in der Merkenstraße und in umliegenden Straßen kein anderes als in anderen Wohngebieten „und wird im Rahmen unserer personellen Ressourcen überwacht“.
Eine 30er-Zone, kommentiert Irja Warns, wäre schon eine Hilfe. Und sie verlangt, dass die Parksünder aufgeschrieben werden. „Muss man warten, bis erst jemand totgefahren wird?“
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1 Kommentar
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Anja Beier aus Mümmelmannsberg | 04.01.2017 | 19:22  
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